Am 17. März 2026 wurde das innovative Wohnprojekt „Rote Emma“ im Stadtentwicklungsgebiet Attemsgasse in Wien feierlich übergeben. Dieses bedeutende Projekt, realisiert von den Bauträgern migra und BWS, umfasst insgesamt 360 Wohnungen, die zusammen mit elf sozialen Initiativen bezogen wurden. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 90 Millionen Euro, von denen etwa 35 Millionen Euro aus den Wohnbaufördermitteln der Stadt Wien stammen. Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál hob in ihrer Rede die Wichtigkeit des Wiener Modells für leistbaren Wohnraum hervor und betonte, dass das Projekt nicht nur modernen Wohnraum bietet, sondern auch das soziale Miteinander im Stadtteil fördert.
Die „Rote Emma“ ist nicht nur eine Wohneinheit, sondern auch ein Raum für Gemeinschaft und soziale Interaktion. Im Erdgeschoss des Gebäudes werden mehrere soziale Einrichtungen eingerichtet, darunter eine Volkshochschule, ein Kindergarten, die Gebietsbetreuung Stadterneuerung und ein soziokultureller Treffpunkt. Diese Einrichtungen sind ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts, Nutzern eine aktive Teilhabe am Gemeinschaftsleben zu ermöglichen.
Innovative Bauweise und ökologische Maßnahmen
Das Projekt zeichnet sich durch eine Holzhybrid-Konstruktion aus, die als eines der ersten großvolumigen Wohnhausprojekte dieser Art in Österreich gilt. Die Architekturbüros Gerner Gerner Plus und AllesWirdGut sind für das ansprechende Design verantwortlich, während Strabag als Generalunternehmer fungiert. Innovative Bauweisen sollen nicht nur die Lebensqualität erhöhen, sondern auch die CO2-Emissionen reduzieren.
Zu den ökologischen Maßnahmen gehören Urban Gardening, Photovoltaikanlagen und begrünte Balkone. Dachflächen bieten Rückzugsorte sowie gemeinschaftlich nutzbare Gartenbereiche, die den Bewohnern eine grüne Oase inmitten der Stadt bieten. Mit 167 Pkw-Stellplätzen in einer gemeinsamen Tiefgarage wird zudem eine Infrastruktur geschaffen, die nachhaltigen Mobilitätslösungen gerecht wird. Mobilitätsservices von MO.Point ermöglichen zudem die Nutzung von Lastenrädern, E-Autos und E-Fahrrädern.
Wiener Modell und soziale Durchmischung
Wien hat sich über die Jahre als Vorreiter in der Schaffung zukunftsweisender Wohnformen und Stadtentwicklungen etabliert. Unter dem Konzept des Wiener Modells werden jährlich zwischen 6.000 und 7.000 neue geförderte Mietwohnungen errichtet. Die Stadt setzt auf eine bedarfsorientierte, qualitativ hochwertige Wohnbauförderung, die sicherstellt, dass neue Projekte den Bedürfnissen der zukünftigen Bewohner entsprechen. Ein strenges Wettbewerbs- und Auswahlverfahren garantiert, dass alle Qualitätsanforderungen erfüllt werden, um soziale Nachhaltigkeit und eine ansprechende Architektur sicherzustellen.
Etwa die Hälfte der geförderten Wohnungen sind besonders günstige SMART-Wohnungen, die eine wichtige Rolle bei der sozialen Durchmischung spielen. Bei jedem Neubau werden mindestens ein Drittel der Wohnungen über die Wohnberatung Wien vergeben, um sicherzustellen, dass alle Personen Zugang zu leistbarem Wohnraum haben.
Das Wohnprojekt „Rote Emma“ steht somit exemplarisch für die fortschrittlichen Ansätze im Wiener Wohnbau, die darauf abzielen, Wohnraum nicht nur zu schaffen, sondern auch eine lebenswerte Gemeinschaft zu fördern. Dies wird auch durch das historische Erbe des „Roten Wien“ gestärkt, das bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts innovative Lösungen im sozialen Wohnbau hervorgebracht hat.



