Die Gemäldeserie „Das Slawische Epos“ von Alfons Mucha erhält ein neues Zuhause in Prag. Dieses bedeutende Kunstprojekt wird Teil des umfassenden Renovierungsplans des Savarin-Palastes, der ein neues Mucha-Museum beherbergen soll. Alfons Mucha, ein Meister des Jugendstils, schuf diese beeindruckende Werkreihe zwischen 1910 und 1928, inspiriert vom Panslawismus, einer Bewegung, die die Einheit der slawischen Völker förderte. Das Museum wird von der Familienstiftung von Alfons Mucha betrieben, und dessen Urenkel Marcus Mucha erläutert, dass der Ausstellungsraum speziell an die monumentalen Gemälde angepasst wird, die jeweils 6 mal 8 Meter messen.
Die neue Galerie wird vom britischen Designer Thomas Heatherwick gestaltet. Er hat den Auftrag erhalten, eine lichtdurchflutete, unterirdische Gemäldegalerie zu entwerfen. Gleichzeitig werden im Innenhof des Savarin-Palastes moderne Cafés, Büros, Geschäfte sowie Räume für kulturelle und künstlerische Veranstaltungen geschaffen. Eine historische Besonderheit ist die Umwandlung der barocken Reithalle aus dem Jahr 1720 in eine U-Bahn-Station, die den Zugang zum Hof ermöglicht. Marcus Mucha betont, dass mit diesem neuen Museum ein Ort geschaffen wird, der auch im Sinne seines Urgroßvaters ist, der ein großer Fan von Mozart war.
Die Bedeutung des Slawischen Epos
Das „Slawische Epos“ wird oft als ein politisches Statement und Symbol der tschechischen Identität beschrieben. Es thematisiert die Geschichte, Mythen und Traditionen der Slawen, insbesondere der Tschechen. Mucha vermachte die Werkreihe der Stadt Prag unter der Bedingung, ein Museum für seine Werke zu errichten. Trotz dieser Bedingung kam es zunächst nicht zur Ausstellung im richtigen Rahmen, da es an geeigneten Räumlichkeiten und finanziellen Mitteln mangelte. Stattdessen wurde das Epos zunächst im Schloss Moravský Krumlov gezeigt.
Ab 2030 sollen die Werke dann dauerhaft im neu gestalteten Savarin-Palast ausgestellt werden. Die Gemälde sind tief mit slawischer Geschichte verbunden, und einige der bedeutendsten Motive umfassen unter anderem die „Die Slawen in ihrer Urheimat“, die „Einführung der slawischen Liturgie“ sowie die „Krönung des Stefan Dušan, König der Serben“. Diese Werke repräsentieren zentrale Ereignisse, die zur slawischen Identität beitrugen, und verdeutlichen den Wunsch nach Frieden und Freiheit in einer damals von Konflikten geprägten Zeit.
Obwohl das Mucha-Museum bereits im ersten Jahr fast 115.000 Besucher zählte, wird die Eröffnung der neuen Ausstellung mit dem „Slawischen Epos“ als weiterer großer Schritt zur Förderung der Kunst und Kultur in Prag betrachtet. Das Museum will nicht nur die Werke von Alfons Mucha präsentieren, sondern auch ihn als Künstler und als Brückenbauer zwischen verschiedenen Kulturen in den Mittelpunkt rücken. Zudem sind im Museum insgesamt 230 Exponate zu sehen, darunter selten gezeigte Arbeiten und persönliche Gegenstände, wie ein handgeschriebener Brief von Sarah Bernhardt an Mucha aus dem Jahr 1897. Diese ausgesuchten Stücke werden voraussichtlich einzigartigen Einblick in das Leben und Werk dieses bedeutenden Künstlers geben.