In Villach nimmt ein innovatives Wohnbauprojekt Gestalt an, das die Neugestaltung urbaner Räume ohne zusätzliche Flächenversiegelung zum Ziel hat. Laut Klick Kärnten wird an der Millesi-Straße durch Nachverdichtung neuer Wohnraum geschaffen. Die Wohnbaureferentin Gaby Schaunig hebt hervor, dass der Fokus auf qualitativ hochwertigem Wohnen liegt, das den modernen Wohnansprüchen gerecht wird.
Das Projekt sieht die Schaffung neuer Wohnungen mit einer Größe zwischen 52 und 56 Quadratmetern vor, die den bestehenden Wohnbestand ergänzen sollen. Um das Wohnumfeld weiter zu verbessern, werden Maßnahmen wie die Erneuerung der technischen Infrastruktur, die Modernisierung von Blitzschutzanlagen und die Installation eines Aufzugs umgesetzt. Zudem sind größere Balkone geplant, die den Bewohnern mehr Wohnqualität bieten.
Notwendigkeit von bezahlbarem Wohnraum
Der Bürgermeister von Villach, Günther Albel, lobte die Baugenossenschaft und die neuen Bewohner und betonte die Wichtigkeit von bezahlbarem Wohnraum. Die Notwendigkeit, Wohnraum neu zu schaffen, wird jedoch nicht nur in Villach, sondern auch in anderen Regionen spürbar. Ein aktueller Bericht des BDEW informiert, dass Deutschland aktuell mit einem Rekord von 1,4 Millionen fehlenden Wohnungen konfrontiert ist, was durch den „Soziale Wohn-Monitor“ belegt wird.
Das Pestel-Institut fordert im Rahmen einer Studie einen Bund-Länder-Pakt für den Wohnungsbau, um insbesondere Sozialwohnungen zu fördern. Die Herausforderungen in Bezug auf verfügbare Flächen, die teuer und umkämpft sind, verstärken sich zudem durch die Notwendigkeit, die Klimaziele zu erreichen. Nachverdichtung wird als eine vielversprechende Lösung angesehen, die zusätzliche Wohnflächen schafft, ohne neue Landschaften zu versiegeln.
Integration von Klimaschutz und Wohnraum
Nachverdichtung kann darüber hinaus zur Herstellung klimaneutraler Wärme genutzt werden. In Deutschland entfallen über 50% des Endenergieverbrauchs auf Raumwärme und Warmwasser, wobei in privaten Haushalten 66 bis 90% betroffen sind. Bis spätestens 2045 soll Deutschland klimaneutral sein. Das Gebäudeenergiegesetz sorgt jedoch für Verunsicherung, was die Umsetzung der Klimaziele angeht, wie in BDEW berichtet wird.
Um Wohnqualität und Klimaschutz miteinander zu verbinden, sind integrierte Konzepte erforderlich. Dazu zählen Aufstockungen auf bestehenden Gebäuden, Neugestaltungen von Innenhöfen und die Umnutzung ehemaliger Gewerbeflächen. Innovative Projekte, wie das urbane Quartier „Franky“ in Frankfurt am Main, zeigen, wie solche Konzepte umgesetzt werden können. Dort entstehen 1.300 Mietwohnungen, begleitet von Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Spielplätzen.
Die Herausforderungen, die mit der Klimaneutralität im Gebäudebereich einhergehen, werden auch im Klimaschutzgesetz der deutschen Regierung behandelt. Bis 2045 soll ein klimaneutraler Gebäudebestand erreicht werden, wofür ein Instrumentenmix zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung entwickelt wurde. Details dazu wurden in der neuesten BBSR-Online-Publikation veröffentlicht.
Die Studie betrachtet neben entsprechenden politischen Maßnahmen die internen und externen Wechselwirkungen und arbeitet Hemmnisse bei der Umsetzung auf. Ziel ist es, Klimaschutzziele zu erreichen und gleichzeitig praxisnahe Lösungen im Bereich des Wohnraums zu bieten.
