Die Neue Oper Wien (NOW) startet mit einer neuen Leitung in die Saison 2026. Anna Sushon und Alexander Kaimbacher übernehmen die Verantwortung für die Institution, die seit ihrer Gründung im Jahr 1994 ihr erstes Führungswechsel erlebt. Sie treten die Nachfolge von Walter Kobera an und treten vor die Herausforderung, ein spannendes Programm zu präsentieren, das im Kontrast zu den knappen Budgets steht, mit denen Kulturbetriebe heutzutage zu kämpfen haben.
Unter dem Motto „Schichten“ bringt die neue Leitung frischen Wind in die Spielstätte. Ein Highlight der kommenden Spielzeit ist das Format „Hot Spots“, das die Oper in die Randbezirke Wiens bringt, um neue Publikumsschichten zu erreichen. Kaimbacher betont, dass das Interesse an neuen musikalischen Entwicklungen geweckt werden muss, um die Relevanz der zeitgenössischen Musik zu fördern.
Herausragende Produktionen und Inszenierungen
Zu den Hauptproduktionen zählen Oscar Stasnoys „Geschichte“, die am 15. September 2026 im Museum für Angewandte Kunst (MAK) ihre Premiere feiert, und Liza Lims „Tree of Codes“, die am 31. Oktober im „Reaktor“ aufgeführt wird. Die neuen Inszenierungen spielen zudem mit der Auflösung traditioneller Verhältnisse zwischen Darstellern, Orchester und Publikum. Die Sitzsituation der Zuschauer wird gelockert, um einen neuen Zugang zur Musik zu ermöglichen.
Ein weiterer innovativer Ansatz besteht darin, dass Jugendliche einer Mittelschule in Favoriten die Aufführung „Same New Story“ im Rahmen des „Hot Spot“-Formats gestalten. Diese Beteiligung junger Menschen unterstreicht das Ziel der Neuen Oper Wien, zeitgenössische Musik humorvoll und leicht verständlich zu vermitteln und ein breiteres Publikum anzusprechen.
Die Rolle der Neuen Oper und ihre Zukunft
Die Neue Oper Wien hat sich seit den frühen 1990er Jahren als wichtiger Bestandteil des modernen Musiktheaters in Wien etabliert. Ihr Fokus liegt auf Werken des 20. und 21. Jahrhunderts, wobei die Institution dazu beiträgt, die Lücke in der zeitgenössischen Oper zu schließen. Neben Uraufführungen und österreichischen Erstaufführungen werden auch vergessene Werke wieder aufgeführt, was die Kreativität und künstlerische Vielfalt der NOW zum Ausdruck bringt. Die Wahl der Spielorte erfolgt flexibel und abhängig von den jeweiligen Werken, was eine besondere Herausforderung darstellt.
In einem Appell an die Politik fordert Geschäftsführer Kaimbacher, dass die Existenz kleiner Kulturbetriebe gesichert werden muss, um innovative Projekte und künstlerische Entwicklungen zu unterstützen. Felix Heuser, Sänger an der Neuen Oper Wien, hebt die Bedeutung der Institution für die Musikstadt Wien hervor und betont, dass neue Bühnen notwendig sind, um Experimente und kreative Ansätze in der Kunst zu fördern.
Wie die oe24 berichtet, wird die Saison 2026 also spannend und vielversprechend. Die Neue Oper Wien bleibt ein bedeutender Akteur in der zeitgenössischen Musikszene und verleiht der Kulturlandschaft Wiens neuen Schwung. Auch die Musiktheater Wien hebt hervor, dass die Integration von Bühne, Raum und Akustik in die Inszenierungen ein harmonisches Gesamterlebnis schaffen soll, das dem Publikum unvergessliche Momente bietet.