Die Einführung der Geräte-Retter-Prämie hat für viele Pensionisten in Österreich erhebliche praktische Herausforderungen mit sich gebracht. Seit Mitte Jänner 2026 kann diese Prämie online beantragt werden, die als Nachfolger des Reparaturbonus fungiert. Allerdings klagen zahlreiche ältere Menschen über die ausschließliche Möglichkeit der Online-Antragstellung, was sie in eine prekäre Situation als „Bittsteller“ drängt. Rund 400.000 Senioren haben laut 5min.at keinen Zugang zum Internet und können daher die Vorteile der Prämie nicht nutzen.

Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbands Österreich (PVÖ), kritisiert die Entscheidung, ausschließlich einen Online-Antrag zu ermöglichen. Viele der betroffenen Senioren sind nicht nur technikunerfahren, sondern leben auch häufig allein, ohne Angehörige, die sie unterstützen könnten. Der PVÖ fordert deshalb Lösungen, um sicherzustellen, dass auch ältere und sozial schwächere Menschen von der Prämie profitieren können.

Kritik am Antragsprozess

Wie der PVÖ berichtet, könnten Personen ohne Internet entweder auf die Prämie verzichten oder auf Hilfsangebote angewiesen sein. In der Altersgruppe zwischen 75 und 84 Jahren nutzt etwa die Hälfte das Internet, während nur ein Drittel der über 85-Jährigen online aktiv ist. Der Verband schlägt vor, Papierformulare in Bürgerservice-Stellen und Partnerbetrieben bereitzustellen, um den Zugang zur Geräte-Retter-Prämie zu erleichtern.

Die Geräte-Retter-Prämie hat das Ziel, die Reparatur und Wartung elektrischer und elektronischer Geräte in privaten Haushalten zu fördern. Der Bon kann für eine Vielzahl von Geräten beantragt werden, dazu zählen unter anderem Kaffeemaschinen, Waschmaschinen und Laptops. Die Förderung beträgt bis zu 50 % der förderungsfähigen Bruttokosten, maximal jedoch 130 Euro für Reparaturen und 30 Euro für Kostenvoranschläge, erklärt das Umweltministerium.

Förderung der Reparaturkultur

Die Primärziele der Geräte-Retter-Prämie sind nicht nur ökonomischer Natur, sondern auch von großer ökologischer Bedeutung. Der übermäßige Materialverbrauch und die Schaffung von Elektroschrott stellen ernsthafte Herausforderungen dar, die durch eine veränderte Konsum- und Produktionsmuster angegangen werden müssen. Reparaturen verlängern die Lebensdauer von Produkten, stützen das lokale Handwerk und reduzieren Elektroschrott langfristig.

Um die Prämie in Anspruch zu nehmen, müssen Nutzer zunächst einen Antrag auf der Website der Geräte-Retter-Prämie stellen, wo sie im Anschluss Partnerbetriebe finden können, die die Reparatur anbieten. Nach der Durchführung der Reparatur wird der Betrag direkt auf das angegebene Bankkonto überwiesen, während die Partnerbetriebe die Förderungsunterlagen einreichen.

Obwohl die Absicht hinter der Geräte-Retter-Prämie positiv ist, ist eine Anpassung des Antragsprozesses dringend erforderlich, um sicherzustellen, dass niemand ausgeschlossen wird. Der PVÖ setzt sich dafür ein, dass alle Seniorinnen und Senioren Zugang zu diesen notwendigen Reparaturleistungen erhalten, damit sie weiterhin selbstständig leben können.