Der Bieterkampf um Warner Bros. Discovery (WBD) zeigt sich als ein strategisches Duell in der Medienlandschaft, in dem Netflix seine Ambitionen zurücksteckt. Laut einem aktuellen Bericht von Krone hat Netflix beschlossen, sich aus dem Wettlauf um die Übernahme von WBD zurückzuziehen und wird sein Angebot nicht erhöhen. Paramount Skydance hingegen hat ein überwältigendes Angebot von 110 Milliarden Dollar, was etwa 93 Milliarden Euro entspricht, abgegeben. Dieses neue Angebot beläuft sich auf 31 Dollar pro Aktie und übertrifft damit Netflix’ bisherigen Vorschlag von 83 Milliarden Dollar deutlich.
Die Co-Chefs von Netflix, Ted Sarandos und Greg Peters, haben erklärt, dass die finanzielle Attraktivität des Deals nicht mehr gegeben sei. Warner Bros. Discovery bezeichnete das Angebot von Paramount als „überlegenes Unternehmensangebot“. Diese Entwicklung könnte weitreichende Folgen für die Hollywood- und Medienlandschaft nach sich ziehen, denn könnte es bedeuten, dass HBO, „Harry Potter“ und CNN unter ein gemeinsames Dach kommen, was nicht nur den Markt beeinflussen, sondern auch die kreative Landschaft verändern könnte.
Bieterkampf zwischen Netflix und Paramount
Den Informationen von AP News zufolge, war Paramounts vorheriges Angebot von 30 Dollar pro Aktie bereits im Dezember abgegeben worden. Warner Bros. Discovery gibt Netflix nun eine Frist von vier Geschäftstagen, um seine Angebote zu überdenken. Andernfalls könnte die Fusionsvereinbarung zwischen WBD und Netflix aufgehoben werden. Für Warner Bros. bedeutet ein Verkauf an Paramount eine signifikante Umgestaltung der Medienlandschaft in den USA, besonders angesichts der rückläufigen Kinobesucherzahlen.
Zusätzlich erhebt Paramount die regulatorische Vertragsstrafe auf 7 Milliarden Dollar und hat eine „ticking fee“ von 25 Cent pro Aktie eingeführt, sollten sie den Deal nicht bis Ende September abschließen. Zwischen den Unternehmen gab es eine öffentliche Auseinandersetzung über die Vorzüge ihrer jeweiligen Angebote, wobei beide Seiten betonten, dass ihre Vorschläge im besten Interesse der Verbraucher und der Industrie seien.
Politische Dimensionen und Marktveränderungen
Die politische Dimension des Bieterkampfs wird durch die Unterstützung von Netflix-Mitgründer Reed Hastings für die oppositionellen Demokraten kontrastiert mit dem Rückhalt, den Paramount-Chef David Ellison und sein Vater Larry Ellison für US-Präsident Donald Trump zeigen. Diese Verbindung könnte die Übernahmepläne und das zukünftige Medienumfeld weiter beeinflussen. Trump hat öffentlich seine Unterstützung für Paramounts Bid bekundet und gleichzeitig die Editoren von Warner’s CNN kritisiert, was zu Bedenken hinsichtlich potenzieller Machtkonzentrationen führt.
Die Unsicherheiten in der Filmindustrie sind nicht nur finanzieller Art, sondern betreffen auch die Kreativität und Vielfalt des Filmmarktes. Laut Tagesschau sind Streaminganbieter zunehmend an der Produktion und Distribution von Filmen beteiligt, was die Frage aufwirft, wie sich dies auf die Zukunft der Filmkunst auswirken wird. Kinobesucherzahlen sind seit 2024 rückläufig, was darauf hindeutet, dass Streaming massiv an Bedeutung gewinnt und die Zuschauer erneut zum Kino zurückkehren könnten, nachdem die Wachstumsphase im Streaming stagniert.
Die kommenden Wochen könnten entscheidend dafür sein, ob Netflix und Paramount letztendlich die Kontrolle über Warner Bros. Discovery übernehmen werden, oder ob der Bieterkampf in einer möglichen Einigung enden könnte. Die außerordentliche Hauptversammlung für WBD-Aktionäre am 20. März wird ein wichtiger Moment sein, um die Richtung des Unternehmens zu bestimmen.