Vor zehn Jahren war es noch eine offene Frage, ob Nachhaltigkeit die globalen Märkte tatsächlich prägen würde. Heute haben Unternehmen, die sich auf saubere Energie, Elektrifizierung, Energieeffizienz und zukunftsfähige Technologien spezialisiert haben, sich als zentrale Motoren der Weltwirtschaft etabliert. Dies belegt auch die 13. Ausgabe des Carbon Clean 200™ (Clean200™), die 200 börsennotierte Unternehmen auflistet, die aus mehr als 8.200 geprüften Firmen ausgewählt wurden. Diese Unternehmen erzielen im Durchschnitt über die Hälfte ihres Umsatzes mit nachhaltigen Aktivitäten und erreichen damit nachhaltige Jahresumsätze in Billionenhöhe, wie ökoNews berichtet.
Besonders auffällig ist, dass das Clean200-Portfolio von Juli 2016 bis Jänner 2026 eine Rendite von 282,9 Prozent erzielte, während der globale Aktienindex MSCI ACWI im selben Zeitraum 221,3 Prozent erreichte. Im Vergleich dazu schaffte ein Index für fossile Energien lediglich 111 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Unternehmen aus dem nachhaltigen Sektor deutlich besser abschnitten als ihre Konkurrenten aus der fossilen Energiebranche.
Dominanz der USA und Chinas
Regionale Marktanteile sind dabei ebenfalls interessant: 41 Unternehmen der Liste stammen aus den USA, gefolgt von 28 aus China. Rund die Hälfte der gelisteten Firmen ist in Ländern wie Japan, Frankreich, Deutschland oder Kanada angesiedelt. Ein anderes berichtendes Medium hebt hervor, dass die Zahl der „Pure Plays“, d.h. Unternehmen mit nahezu vollständig nachhaltigem Umsatz, seit 2021 mehr als verdoppelt hat. Dies zeigt den wachsenden Trend hin zu nachhaltigen Geschäftspraktiken, wie auch die How Green Works feststellt.
Zu den großen Gewinnern in diesem Kontext gehört Tesla, das zu den Unternehmen zählt, die weltweit am meisten mit nachhaltigen Geschäften verdienen. Damit ist Tesla Teil einer ausgewählten Gruppe von Unternehmen, die im Durchschnitt über 2,2 Billionen Dollar an Umsatz aus nachhaltigen Geschäften generieren. Neben Tesla ist auch ein deutscher Automobilkonzern unter den Top-12 der Liste vertreten: die Daimler AG, die sich auf Elektrofahrzeuge und nachhaltige Produktionsprozesse fokussiert.
ESG-Risiken und langfristige Perspektiven
Es ist wichtig zu erwähnen, dass Unternehmen mit einem starken ESG-Management (Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken) langfristig Wettbewerbsvorteile erlangen können, wie eine Studie von Morningstar zeigt. Unternehmen sind unterschiedlichen Nachhaltigkeitsrisiken ausgesetzt, abhängig von ihrer Branche. Öl- und Gasunternehmen sind besonders anfällig für Umweltprobleme, während Unternehmen im Technologiesektor soziale Risiken, wie Datenschutzverletzungen, managen müssen.
Die Untersuchung von ESG-Risiken hat auch ergeben, dass Firmen, die sich unzureichend um ESG-Themen kümmern, finanzielle Nachteile und langfristige Gewinnrisiken in Kauf nehmen müssen. Der Sustainalytics ESG Risk Rating von Morningstar misst die Anfälligkeit und das Management von ESG-Risiken, wobei eine niedrigere Zahl ein geringeres Risiko anzeigt. In einer Liste von 78 Unternehmen, die ein Rating von „vernachlässigbar“ oder „niedrig“ erhielten, wird gezeigt, dass gut geführte Unternehmen in der Lage sind, ESG-Risiken erfolgreich zu managen, was wiederum deren Markotposition und finanzielle Stabilität stärkt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine ethische Entscheidung, sondern auch ein wesentlicher Wettbewerbs- und Renditefaktor an den internationalen Kapitalmärkten ist. Die Liste der „Clean 200“ und die durchweg positive Performance nachhaltiger Unternehmen unterstreichen die sich wandelnden Prioritäten von Investoren und Konsumenten gleichermaßen.