Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich (LK) und Vizepräsident des Bauernbundes, hat sich am 5. März 2026 für den Ausbau erneuerbarer Energien ausgesprochen. Er betont insbesondere die Notwendigkeit der Biomasse- und Biogaserzeugung. Moosbrugger kritisiert die Energiepolitik der ÖVP, die aus seiner Sicht eine zu langsame Energiewende vorantreibt. Dies geschieht in einem Kontext, in dem Österreichs Eigenversorgung mit fossilen Energien stark gesunken ist, was die Importabhängigkeit des Landes erhöht hat.
Laut aktuellen Daten von Statistik Austria ist der Anteil der inländischen Erdölproduktion in Österreich von etwa 30 % im Jahr 1970 auf unter 5 % im Jahr 2020 gefallen. Der Anteil fossiler Gase aus heimischen Bohrlöchern hat sich im selben Zeitraum von ca. 70 % auf weniger als 10 % verringert. Gleichzeitig liegt der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergiebedarf Österreichs mittlerweile bei rund 35 %, während der Anteil an Strom aus erneuerbaren Quellen fast 90 % erreicht.
Die Herausforderungen der fossilen Energien
Moosbrugger hebt hervor, dass ohne fossile Importe die Sektoren Wärme und Mobilität innerhalb von nur drei Monaten zum Stillstand kämen. Diese Abhängigkeit von fossilen Energien hat weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen, die derzeit durch Preisschwankungen auf dem Energiemarkt verstärkt werden. Die Preiserhöhungen, die in der letzten Zeit zu beobachten waren, können als direkte Konsequenz der instabilen fossilen Energiepreise gedeutet werden.
Zusätzlich spielen erneuerbare Energien eine zentrale Rolle in der österreichischen Stromversorgung. Wie das Umweltbundesamt berichtet, sind die wichtigsten erneuerbaren Energieträger in Österreich die Wasserkraft und Windkraft. Wasserkraft deckt mehr als die Hälfte des Strombedarfs ab, während Windkraft mit knapp 10 % ebenfalls einen signifikanten Anteil hat. Photovoltaik nimmt im Vergleich dazu mit rund 3 % eine untergeordnete Rolle ein.
Strommarkt und Preisschwankungen
Erneuerbare Energien haben 2020 etwa 75 % des Stromverbrauchs abgedeckt, was eine bedeutende Entwicklung darstellt. In den letzten Jahren sind die Stromimporte gesunken. So betrugen sie 2018 noch 12 %, fielen 2019 auf 4 % und erreichten 2020 nur noch 3 %. Diese Entwicklungen haben zur Stabilität des Strommarktes beigetragen, auch wenn die Preise Ende 2018 durch die Trennung der deutsch-österreichischen Preiszone gestiegen sind.
Die jüngsten analogen Entwicklungen, insbesondere zwischen Sommer 2021 und Februar 2022, zeigen, dass die Strompreise aufgrund angestiegener Gaspreise bis auf das Dreifache gestiegen sind. Um Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden zu entlasten, wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, darunter das Aussetzen der Ökostrompauschale, die Senkung der Elektrizitäts- und Erdgasabgabe sowie ein Energiekostenausgleich.
Moosbrugger appelliert an die Politik: „Hört auf euren Parteifreund“, um den notwendigen Wandel zu vollziehen und die Abhängigkeit von fossilen Energien nachhaltig zu reduzieren. Angesichts dieser Herausforderungen wird der Ausbau erneuerbarer Energien immer dringlicher.