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Verhärtete Fronten und ein rauer Ton prägen den aktuellen Streit um Mobbing-Vorwürfe am Kunsthistorischen Museum (KHM). Veronika Sandbichler, die Direktorin von Schloss Ambras, geht in die Offensive und äußert erhebliche Bedenken gegenüber der Führung des KHM. Hintergrund der Auseinandersetzung sind belastende Gespräche, die sie mit der KHM-Führung geführt hat. Sandbichler erklärt, emotional stark unter Druck gesetzt worden zu sein, was dazu führte, dass sie in Tränen ausbrach. Ihr Rechtsvertreter, Martin Maxl, spricht von einer toxischen Führungskultur unter Generaldirektor Jonathan Fine, der seit einem Jahr im Amt ist.

Sandbichler hat seit März 2025 umfassende Konzepte und Maßnahmenvorschläge erarbeitet und präsentiert, kritisiert jedoch das Fehlen substantieller Rückmeldungen oder Entscheidungen von der Geschäftsführung. Während Fine die Kritik an seiner Person zurückweist, bemängelt er die mangelnde Initiative in Innsbruck. Sandbichler widerspricht und argumentiert, dass der Rückgang der Besucherzahlen geringer sei als vom KHM dargestellt. Außerdem betont sie, dass ein Vergleich mit Wien unzulässig ist, da die Bedingungen in Innsbruck anders seien.

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Externe Prüfung der Vorwürfe

In der angespannten Situation trat der Betriebsrat des KHM zu einer Sondersitzung zusammen. Eine externe Prüfung der Mobbing-Vorwürfe wurde durch die Unternehmensberatung Deloitte beauftragt. Erste Ergebnisse der Prüfung werden in einigen Wochen erwartet. Sandbichler und ihr Anwalt fordern jedoch, dass ein neutraler und unabhängiger Revisionsprüfer eingesetzt wird, da Deloitte seit vielen Jahren als Berater für das KHM tätig ist und somit nicht als unabhängig angesehen wird.

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In einer schriftlichen Stellungnahme wies der KHM-Museumsverband die Vorwürfe als „inhaltlich unzutreffend“ und „einseitig dargestellt“ zurück. Der Verband sieht die Anschuldigungen als einen arbeitsrechtlichen Konflikt an, der möglicherweise zur Beeinflussung laufender Verhandlungen genutzt werden soll. Kulturminister Andreas Babler hat angekündigt, den Prozess genau zu begleiten.

Der Streit um die Mobbing-Vorwürfe und die damit verbundenen investigativen Maßnahmen werfen ein grelles Licht auf die derzeitige Situation an der Spitze des KHM, wo Sandbichler betont, ihren angekündigten Abgang nicht als freiwillig zu betrachten und eine Selbstkündigung auszuschließen, um ihre Abfertigungsansprüche nicht zu verlieren. Diese schwierige Lage wird weiterhin aufmerksam verfolgt, da sich die Vorwürfe sowohl auf die interne Atmosphäre als auch auf das öffentliche Ansehen des KHM auswirken könnten.