Rund 70 Interessierte fanden sich in der evangelischen Kirche Hainburg zu einer Mitmachkonferenz des Vereins powerful people ein. Das zentral behandelte Thema war die Verbindung von Demokratie und Klimapolitik sowie die aktuellen Formen der Bürgerbeteiligung in Österreich. Die Veranstaltung stellte auch den Dokumentarfilm „Hainburg 84 – Eine Bewegung setzt sich durch“ vor, der an die bedeutende Besetzung der Hainburger Au im Jahr 1984 erinnerte.

Die Besetzung der Hainburger Au gilt als ein prägendes Kapitel der österreichischen Umweltbewegung und hatte weitreichende umweltpolitische sowie demokratiepolitische Folgen. Nach dem Angriff auf die Naturabschnitte durch den Bau eines Wasserkraftwerks mobilisierten sich große Teile der Bevölkerung, und Hunderte blieben in der Au, um die Rodungsarbeiten zu stoppen. Diese Ereignisse verhalfen der Umweltbewegung zu einem höheren Bewusstsein und führten zur Neugründung der Grünen Alternative, die 1986 in den Nationalrat einziehen konnte, wie Wikipedia dokumentiert.

Bürgerbeteiligung im Fokus

Ein wichtiger Teil der Konferenz war die Präsentation verschiedener Modelle der Bürgerbeteiligung. Erwin Mayer von Mehr Demokratie stellte den ersten Bürger:innenrat der Gemeinde Wolkersdorf vor, der sich mit dem kritischen Thema des Flächenverbrauchs beschäftigt. Auch europäische Initiativen wie die EU-„Citizen Assemblies“ wurden erörtert, die Punkte wie Lebensmittelverschwendung und Mobilität behandeln und dabei wertvolle Empfehlungen aussprechen.

Die Diskussion stellte klar, dass Bürgerbeteiligung zunehmend als entscheidend für die Akzeptanz von Energieprojekten in Österreich gesehen wird. Projekte wie Windparks in der Steiermark und die Verteilung von EU-Mitteln erfordern klare Mitentscheidungsrechte der Bürgerschaft. Gemäß AK Energie führt dies zu stabileren und tragfähigen Lösungen, auch wenn die Umsetzung langsamer verläuft.

E-Salon als Diskussionsplattform

Im Anschluss fand ein E-Salon statt, in dem Persönlichkeiten wie Paul Pagacs, Pfarrer Jan Magyar und andere über Demokratie, Klima und die Energiezukunft diskutierten. Der E-Salon bot eine Plattform für intensiven Austausch über die historische Entwicklung der Umweltgeschichte in Österreich sowie über aktuelle Herausforderungen der Energiewende und Erneuerbare Energiegemeinschaften. Die Moderation übernahm Karin Neckamm.

Dieses Format wurde durch ein LEADER-Projekt der Regionen Marchfeld und Petronell-Carnuntum unterstützt, ergänzt durch Förderungen von Bund, Land und der EU. Ziel war es, einen offenen Dialog zu fördern und den Bürger:innen ein Mitspracherecht in der Energie- und Klimapolitik zu ermöglichen, was als Schlüssel für erfolgreiche nachhaltige Projekte erachtet wird.