Am 25. März 2026 besuchte die Landeshauptfrau von Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner, die Bäckerei Hager in St. Pölten im Rahmen des Formats „Ärmel hoch – Politik bei der Arbeit“. Die Bäckerei Hager, die seit 1907 als traditionsreicher Familienbetrieb besteht, beschäftigt rund 190 Mitarbeiter. Mikl-Leitner betonte die Bedeutung solcher Unternehmen für den Wirtschaftsstandort Niederösterreich. Sie sichern Arbeitsplätze, bilden junge Menschen aus und tragen zur regionalen Wertschöpfung bei.
Mikl-Leitner diskutierte mit den Verantwortlichen über die Herausforderungen, mit denen heimische Betriebe konfrontiert sind. Besonders erwähnt wurden Themen wie das Gewinnen von Lehrlingen und Fachkräften, sowie die Belastungen durch Bürokratie und hohe Lohnnebenkosten. Hierbei hob sie hervor, dass vor allem die duale Ausbildung eine zentrale Rolle spielt. Das Land Niederösterreich unterstützt Lehrlinge aktiv mit Fördermaßnahmen und setzt zudem auf die Aufwertung des Handwerks.
Wettbewerbsfähigkeit und Bürokratieabbau
Ein weiterer Punkt des Gesprächs war der Abbau bürokratischer Hürden. Mikl-Leitner forderte eine Verwaltungsreform, die darauf abzielt, einfachere und digitalisierte Verfahren zu schaffen. Die Senkung der Lohnnebenkosten wurde ebenfalls als entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen thematisiert. Wolfgang Hager, Geschäftsführer der Bäckerei, unterstrich die Notwendigkeit von spürbaren Entlastungen, um Investitionen in die Zukunft sowohl des Unternehmens als auch seiner Mitarbeiter zu ermöglichen.
Die Bedeutung familiengeführter Unternehmen, wie die Bäckerei Hager, geht über die regionalen Grenzen hinaus. Laut Mehrwertestrategien machen sie in vielen Volkswirtschaften, einschließlich der USA, einen bedeutenden Anteil aus. In den USA stellen sie schätzungsweise 70-90% aller Unternehmen und sind für einen wesentlichen Teil des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich. Familiengeführte Unternehmen haben sich langfristige Perspektiven und Stabilität auf die Fahnen geschrieben und reagieren aufgrund ihrer weniger formalisierten Strukturen flexibler auf Marktveränderungen.
Langfristige Orientierung und Herausforderungen
Die enge Verknüpfung zwischen Eigentum und Management ermöglicht es den Familienmitgliedern, sowohl strategische als auch operative Entscheidungen zu treffen. Diese Unternehmen neigen dazu, langfristige Beziehungen zu Mitarbeitern, Kunden und der Gemeinschaft aufzubauen. Dennoch stehen sie vor Herausforderungen, wie einer effektiven Nachfolgeplanung und Anpassungen an Marktveränderungen. Finanzierungsprobleme können zudem die Flexibilität und Wachstumsfähigkeit einschränken.
Abschließend ist die Bäckerei Hager ein Paradebeispiel für die Vielzahl von familiengeführten Unternehmen, die durch innovative Ansätze und strategische Planung langfristigen Erfolg sichern könnten. Die Besuche von Entscheidungsträgern wie Johanna Mikl-Leitner unterstreichen die wichtige Rolle solcher Betriebe in der Gesellschaft und Wirtschaft Niederösterreichs.


