Die Mietpreise in Österreich zeigen einen besorgniserregenden Trend: Im Schlussquartal 2025 betrug die durchschnittliche monatliche Miete für Hauptmietwohnungen 686,8 Euro. Dies bedeutet einen starken Anstieg, während die Betriebskosten, die mittlerweile bei 172,5 Euro liegen, um 1,3 % im Vergleich zum Vorquartal zunahmen, wie orf.at berichtet. Besonders auffällig ist die Tatsache, dass die reinen Mietkosten auf 7,8 Euro pro Quadratmeter festgelegt sind und die durchschnittlichen Mieten seit Jahresbeginn konstant über 10 Euro pro Quadratmeter liegen.
Diese Daten beruhen auf etwa 1,8 Millionen Hauptmietverhältnissen in Österreich, wobei 40 % der Mietwohnungen aus Genossenschaftswohnungen und 15 % aus Gemeindewohnungen bestehen. Auf dem privaten Markt sind 31,2 % der Mietverhältnisse frei vereinbart, während 13,4 % der Mieterhaushalte den Richtwertmietzins zahlen.
Mietpreisanstiege und regionale Unterschiede
Die Mietkosten sind im vergangenen Jahr nicht nur infolge steigender Betriebskosten drastisch gestiegen, sondern auch wegen der hohen Nachfrage nach Wohnraum und der geringen Bautätigkeit. Insbesondere in Ballungsräumen wie Wien zeigt sich die Situation als besonders schwierig. Die Baubewilligungen in Wien fielen dramatisch von 21.400 im Jahr 2019 auf nur 5.772 im Jahr 2022.
Die Fertigstellungszahlen von Wohnungen bestätigen diesen Trend: 2023 wurden 8.630 und 2024 lediglich 6.911 Wohnungen fertiggestellt. Der Rückgang bei neu errichteten und geförderten Mietwohnungen ist ebenfalls alarmierend. So sank die Zahl der frei finanzierten Mietwohnungen auf 2.087 Einheiten im Jahr 2025, während geförderte Mietwohnungen um 20 % auf 2.894 Einheiten zurückgingen. Eine Entspannung der Angebotssituation ist in naher Zukunft nicht zu erwarten.
- Mietpreisbremse: Begrenzung von Mieterhöhungen bei Inflation über 3 %
- Erhöhung in Altbau-, Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen: 1 % (2026), 2 % (2027)
- Mindestbefristung von Wohnungen von 3 auf 5 Jahre erhöht
- Valorisation von Richtwerten am 1. April
- Einschränkungen bei Rückforderungen aufgrund unwirksamer Klauseln
Für die bevorstehende Bundestagswahl 2025 stehen auch in Deutschland drängende Herausforderungen auf der Agenda, die den Wohnungsmangel und steigende Bau- und Sanierungskosten betreffen. Laut dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen wird ein integrativer Ansatz gefordert, der ökonomische, ökologische und soziale Bedürfnisse in Einklang bringt. Die aktuelle Lage erfordert eine politische Kehrtwende, um den sozialen Wohnungsbau zu stärken und Investitionen neu zu beleben. Die durchschnittliche Miete bei GdW-Unternehmen liegt derzeit bei 6,39 Euro/m², unternimmt aber ebenfalls Schritte, um der anhaltenden Wohnungsnot entgegenzuwirken, wie gdw.de berichtet.
Marktentwicklungen in Großstädten
Ein Blick auf den Wohnungsmarkt in Köln verdeutlicht die Herausforderungen auch in größeren Städten. Die Angebotsmieten stiegen in der zweiten Jahreshälfte 2025 signifikant von 15,58 €/m² auf 16,39 €/m². Das jährliche Mietwachstum betrug +5,8 Prozent, wobei das Qualitätsbereinigte Mietwachstum sogar bei +7,1 Prozent lag. Im Jahr 2024 kam es zu einem historischen Tiefstand bei den fertiggestellten Wohneinheiten mit nur 1.819 Stück, dem niedrigsten Stand seit 1990.
Die Baugenehmigungen in Köln verringerten sich um 8,7 Prozent im Vergleich zu 2023 auf 2.931 Erteilungen. Die Stadt hat mit 16 Fertigstellungen pro 10.000 Einwohner die geringste Bautätigkeit unter den großen acht Städten. All diese Faktoren zusammengenommen lassen auf eine erhebliche Versorgungslücke schließen, die es zu schließen gilt, um den Wohnungsbedarf zu decken, wie jll.com feststellt.