Eine neue Untersuchung hat alarmierende Ergebnisse hinsichtlich der Verwendung von giftigen Chemikalien in der Ultra-Fast-Fashion-Industrie veröffentlicht. Laut einem Bericht von Kleine Zeitung haben sieben getestete Produkte gesetzliche Grenzwerte für gefährliche Stoffe massiv überschritten. Besonders besorgniserregend sind die Ergebnisse zu Ewigkeits-Chemikalien (PFAS), Weichmachern wie Phthalaten und Schwermetallen wie Blei.

PFAS sind als langlebig, giftig und potenziell schädlich für die Fortpflanzung bekannt. Diese Substanzen gelangen über industrielle Herstellungsverfahren und die Verwendung von PFAS-haltigen Produkten in die Umwelt, wo sie sich in Lebensmittel anreichern können. Von den 20 getesteten Kleidungsstücken wurden in vier PFAS nachgewiesen. Besonders auffällig ist eine Damenwindjacke des Unternehmens Temu, bei der der Grenzwert um das 4.154-Fache überschritten wurde.

Der Einfluss von Weichmachern und Schwermetallen

Drei getestete Paar Schuhe enthalten hohe Mengen an Weichmachern, und einige Modelle von Shein weisen sogar einen hohen Bleigehalt auf. Diese Weichmacher wirken hormonähnlich und können die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Ultra-Fast-Fashion-Objekte mehrheitlich aus Plastik bestehen, was zur Müllproblematik in Österreich beiträgt. Die Untersuchung zeigt, dass 85 Prozent der analysierten Artikel aus PVC, Polyester, Elasthan oder Ethylen-Vinyl-Acetat gefertigt sind.

Mikroplastik entsteht bereits bei der Benutzung der Kleidung, besonders während des Waschens und beim Entsorgen. In Österreich landen pro Jahr etwa 23 Kilogramm Kleidung pro Person im Abfall, was nahezu doppelt so viel ist wie im EU-Durchschnitt. Die Herstellung von Textilien benötigt zudem hohe Ressourcen, darunter Wasser, Energie, Bleichmittel sowie Monokulturen und Pestizide.

Wachstum der Ultra-Fast-Fashion und mögliche Lösungen

Die Ergebnisse zeigen die Notwendigkeit, die Produktionsweise der Ultra-Fast-Fashion zu überdenken. Experten fordern, die Kleidung möglichst lange zu nutzen, um die Umwelt zu schonen. Zudem wird die Einführung eines Anti-Fast-Fashion-Gesetzes vorgeschlagen. Dieses soll die Produktion drosseln, ein Werbeverbot auf sozialen Medien einführen und die Zollfreigrenzen verringern.

Auf europäischer Ebene sind bereits Maßnahmen zur Regulierung von PFAS im Gange. Seit 2009 sind Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) und deren Derivate im internationalen Stockholmer Übereinkommen eingeschränkt. Im Rahmen der EU-Verordnung über persistente organische Schadstoffe (POPs) wird die Verwendung dieser und verwandter Substanzen reguliert, deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt evaluiert werden. Die EU-Strategie für Chemikalien zielt darauf ab, PFAS schrittweise abzubauen, es sei denn, ihre Nutzung ist nachweislich unverzichtbar. Dies schließt auch zukünftige Restriktionen ein, die von nationalen Behörden vorgeschlagen werden, um den Einsatz einer Vielzahl von PFAS zu begrenzen.

Zusammenfassend zeigt die aktuelle Untersuchung von Kleine Zeitung, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um die gesundheitlichen und ökologischen Risiken der Ultra-Fast-Fashion zu adressieren. Mit den anstehenden regulatorischen Maßnahmen und einer bewussten Verbraucherentscheidung könnte ein Umdenken in der Modebranche gefördert werden, um langfristig nachhaltige Lösungen zu finden.

Für weitere Informationen zu den gesundheitlichen Risiken von PFAS können Sie ECHA besuchen. Darüber hinaus gibt es umfassende Einblicke in die besten Filmklassiker unserer Zeit auf Rotten Tomatoes.