Österreich sieht sich einem Rückschritt im Kampf gegen Masern gegenüber. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Status der Masern in Österreich von „eliminated“ auf „re-established“ zurückgestuft. Diese Änderung folgt einem besorgniserregenden Anstieg von Masernfällen in den vergangenen Jahren, zuletzt mit 542 bestätigten Infektionen im Jahr 2024. Insgesamt mussten 120 Personen ins Krankenhaus eingeliefert werden, darunter vier auf der Intensivstation. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Impfquote und den Anstrengungen zur Bekämpfung der Krankheit auf. Laut Dolomitenstadt wurden im Jahr 2025 nur 152 Masernfälle registriert, was einen leichten Rückgang darstellt, jedoch ist die Situation weiterhin kritisch.

Die WHO hatte Österreich seit 2018 den Status „eliminated“ zugesprochen, unter der Bedingung, dass die Masernfälle hauptsächlich importiert und das Virus nicht länger als sechs Monate im Land zirkulieren. Die Rückstufung betrifft auch andere Länder, darunter Armenien, Aserbaidschan, Spanien, Großbritannien und Usbekistan. Diese Entwicklungen werden als Rückschritt im globalen Kampf gegen Masern wahrgenommen. Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig drückt ihr Bedauern über die niedrige Impfquote in der Bevölkerung aus, die derzeit nur bei 71 Prozent liegt, während eine Durchimpfungsquote von über 95 Prozent erforderlich ist, um Epidemien effektiv zu verhindern.

Die Gefahren der Masern

Masern sind nicht nur eine Kinderkrankheit; auch ungeschützte Erwachsene sind gefährdet. Die Viruserkrankung tritt oft mit grippeähnlichen Symptomen und einem charakteristischen Hautausschlag auf. Laut Kleine Zeitung kann eine von 1000 erkrankten Personen eine akute Gehirnentzündung entwickeln, die in 25 Prozent der Fälle tödlich endet. Zudem gibt es die seltene, aber tödliche Subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), die Jahre nach einer Infektion auftritt.

Eine der effektivsten Methoden zur Bekämpfung der Masern ist die Impfung. In Österreich wird die Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) kostenfrei für alle Altersgruppen angeboten. Kinder sollten ab einem Alter von neun Lebensmonaten mit zwei Dosen geimpft werden. Leider zeigt sich, dass viele Kinder unzureichend gegen Masern geschützt sind, was häufig darauf zurückzuführen ist, dass sie zu spät geimpft werden und ungeschützt in den Kindergarten gehen.

Geplante Impfkampagnen

Um die Impfquote zu erhöhen, hat das Gesundheitsministerium eine kleine Impfkampagne angekündigt. Königsberger-Ludwig appelliert an die Bevölkerung, sich und ihre Kinder impfen zu lassen. „Es ist entscheidend, dass wir das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Masernimpfung schärfen“, betont sie. In Anbetracht der anhaltenden Gefahren durch Masern sind solche Maßnahmen unerlässlich, um die Gesundheit der Bevölkerung besser zu schützen und weitere Ausbrüche zu verhindern.

Für weitere Informationen zu diesem Thema können Interessierte die Berichterstattung auf ORF OÖ nachlesen.