Am 18. Februar 2026 fand eine Sitzung des Wiener Gemeinderats statt, in der Markus Ornig von den NEOS eindringlich dazu aufrief, dass Männer Verantwortung im Umgang mit Themen wie Femizid und Gewalt gegen Frauen übernehmen müssen. Ornig betonte, dass Frauen nicht für Gewalt verantwortlich sind und wies darauf hin, dass Gewalt gegen Frauen ein „milieuübergreifendes“ Problem darstellt. Darüber hinaus machte er deutlich, dass es Vorbehalte bei Männern gibt, sich öffentlich gegen Gewalt an Frauen zu äußern, was er als ein großes Problem ansieht.
Ornig nannte Gewalt an Frauen ein „Armutszeugnis“ und forderte Männer auf, sich aktiv für die Belange der Frauen einzusetzen. Die Männerberatung, die in diesem Zusammenhang für ihre herausragende Arbeit gelobt wurde, spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Bereitschaft zur Veränderung und Unterstützung von Männern, die Verantwortung übernehmen möchten. Auch der Schwerpunkt des Sozialministeriums trägt diesem Anliegen Rechnung. Auf dessen Homepage wird die Prävention von Männergewalt an Frauen umfassend thematisiert, um gezielt Männer und männliche Jugendliche anzusprechen.
Gesellschaftliche Verantwortung und politische Debatte
In der politischen Debatte im Gemeinderat äußerte GR Hannes Taborsky von der ÖVP scharfe Kritik an der Stadtregierung hinsichtlich steigender Abgaben und Gebühren in Wien. Während einer dringlichen Anfrage an Finanzstadträtin Barbara Novak wurde die Sitzung um 16 Uhr unterbrochen. Taborsky forderte eine Umkehr in der Schuldenpolitik, die zuletzt unter der Beteiligung der ÖVP gesenkt worden war, und wies darauf hin, dass 40% der Arbeitslosen in Österreich in Wien leben. Er warf der Stadtregierung zudem vor, vorhandene Rücklagen aufzulösen, um die finanziellen Kennzahlen kurzfristig zu verbessern.
Barbara Novak von der SPÖ erklärte in ihrer Antwort, dass die 1,3 Milliarden Euro, die im neuen Stabilitätspakt zur Verfügung stehen, keine zulässige Nettoneuverschuldung seien. Sie betonte die Dringlichkeit, den Wirtschaftsmotor in der Ostregion nicht abzuwürgen, und prognostizierte einen Schuldenstand von ca. 17 Milliarden Euro bis Ende 2026. Dabei wies sie darauf hin, dass die Aufrechterhaltung finanzieller Stabilität von höchster Priorität sei.
Feministische Initiativen und gesellschaftliche Herausforderungen
Der anhaltende Anstieg von Gewalt an Frauen stellt nicht nur in Wien, sondern auch in Deutschland ein drängendes Problem dar. Laut dem Bundeskindermädchen für die Kriminalität in Deutschland ist eine alarmierende Zunahme geschlechtsspezifischer Gewalt zu verzeichnen: Frauenfeindliche Straftaten stiegen um 56,3 % im Vergleich zum Vorjahr, während die Zahl der Femizide in 2023 mit 360 Opfern ein besorgniserregendes Niveau erreicht hat. Das Hilfesystem umfasst zwar zahlreiche Frauenhäuser und Beratungsstellen, sieht sich jedoch großen Herausforderungen gegenüber, etwa einem Mangel an verfügbaren Schutzplätzen und unzureichender Berücksichtigung von Partnerschaftsgewalt durch Ämter und Polizei.
Besonders betroffen von diesen Schwierigkeiten sind Frauen, die unter Mehrfachdiskriminierungen leiden, wie beispielsweise Frauen mit Behinderungen oder Geflüchtete. Die finanzielle Abhängigkeit kann es diesen Frauen erschweren, sich aus gewaltvollen Beziehungen zu befreien. Daher ist es entscheidend, dass die Hilfsangebote an die Bedürfnisse dieser Gruppen angepasst werden, was auch durch Initiativen zur Sensibilisierung der Fachkräfte im Hilfesystem gefordert wird.
Die Initiative „Mann spricht’s an“ des Sozialministeriums zielt darauf ab, Männer als Verbündete in der Bekämpfung von Femiziden und Gewalt gegen Frauen zu gewinnen. Hierbei steht nicht die Schuldfrage im Vordergrund, sondern konkrete Lösungsansätze zur Prävention. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Strategie, die auch auf die Gleichstellung der Geschlechter abzielt und verschiedene Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung adressiert, wie etwa die Bekämpfung von Gewalt und die Förderung der Geschlechtergleichstellung.