Am 3. März 2026 fand in der Wiener Hofburg eine bedeutende Veranstaltung statt, in der Bundespräsident Alexander Van der Bellen einen eindringlichen Appell an Männer richtete, in der Sache der Gleichstellung „laut“ zu werden. Diese Veranstaltung, die im Vorfeld des Internationalen Frauentags am 8. März stattfand, trug das Motto „LAUTER! FRAUEN!“ und versammelte etwa 600 Gäste, überwiegend Frauen. Van der Bellen betonte die Wichtigkeit der Unterstützung für Frauen und die Notwendigkeit, Männer als aktive Verbündete im Kampf gegen Ungerechtigkeiten einzubinden. Er stellte fest, dass Männer Verantwortung übernehmen sollten, um die Stimmen und Positionen von Frauen zu stärken.

Ein zentraler Punkt in Van der Bellens Ansprache war die Thematisierung der aktuellen Situation im Iran. Er verwies auf die hohen Kosten der Proteste und die Notwendigkeit, dass die Menschen dort in Freiheit und Selbstbestimmung leben können. Seine Rede umfasste auch Kritik an der Streichung von Gleichstellungsprogrammen in den USA sowie an der Vernetzung reicher Männer, die zum Missbrauch von Frauen und Kindern führt.

Der Kampf um Lohngerechtigkeit

Im Rahmen des Internationalen Frauentags wird alljährlich weltweit auf das Thema der Gleichstellung aufmerksam gemacht. Jedes Jahr gehen tausende Menschen auf die Straße, um die Missstände zu thematisieren. Frauen übernehmen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit und sind seltener in Führungspositionen vertreten, während sie im Durchschnitt 16 Prozent weniger als Männer verdienen. Diese Diskrepanz verdeutlicht die zentrale Rolle von Lohntransparenz in der Bekämpfung des Gender Pay Gap. Die bereinigte Lohnlücke, die Faktoren wie Qualifikation und Branche berücksichtigt, beträgt in Deutschland etwa 6 Prozent.

Eine Entwicklung in diesem Zusammenhang ist die EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die Deutschland bis 2026 verpflichtet, mehr Transparenz und Berichtspflichten einzuführen. Tarifverträge haben sich als wirksames Mittel zur Reduzierung der Entgeltlücke erwiesen: In tarifgebundenen Betrieben liegt die Lohnlücke bei rund 9 Prozent, während sie in nicht tarifgebundenen Betrieben bei etwa 18 Prozent liegt. Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) fordert eine Stärkung des Entgelttransparenzgesetzes, um Lohngleichheit zu erreichen.

Ein Appell für Solidarität und Handeln

Während der Veranstaltung äußerte Doris Schmidauer, die Ehefrau von Van der Bellen, ebenfalls einen wichtigen Gedanken zur Lohntransparenz. Sie forderte, dass Lohntransparenz nicht am Datenschutz scheitern dürfe. Diese Forderung ist besonders relevant angesichts der immer noch bestehenden Diskriminierungen von Frauen bei gleicher Arbeit. Die diesjährige Kampagne zum Equal Pay Day, welcher einen Tag vor dem Internationalen Frauentag stattfindet, soll die ökonomische Ungleichheit zwischen den Geschlechtern in Deutschland verdeutlichen.

Der Gender Pay Gap sankt von 18 % im Jahr 2023 auf 16 % im Jahr 2024, was hauptsächlich auf einen Anstieg der Bruttomonatsverdienste von Frauen um etwa 8 % zurückzuführen ist. Dennoch bleibt die bereinigte Lohnlücke bei vergleichbarer Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie weiterhin bestehen. Van der Bellen und Schmidauer appellieren an die Gesellschaft, sich für Gleichstellung stark zu machen und verdeutlichen damit die Notwendigkeit von Allianzen und Freundschaften, um gemeinsam gegen diskriminierende Strukturen anzugehen.

Um das Engagement für Gleichstellung weiter zu fördern, bietet die IG Metall am Internationalen Frauentag 2026 Gutscheine für Online-Seminare an. Dies ist Teil ihrer ganzjährigen Aktivitäten zur Unterstützung der Gleichstellung, die auch Podcasts und Seminare umfasst. In Anbetracht der zunehmenden populistischen und antifeministischen Tendenzen in Deutschland und der EU ist es umso wichtiger, die Themen Lohngerechtigkeit und Gleichstellung offensiv zu adressieren.