Madrid verwandelt sich derzeit in ein ausgedehntes Kunstfest, während die ARCO, die größte Messe für zeitgenössische Kunst in Südeuropa, in ihrer 45. Auflage von 4. bis 8. März 2026 stattfindet. In diesem Jahr nehmen 211 Galerien aus 30 Ländern teil, darunter sieben aus Österreich. Die Wiener Galerie Lombardi-Kargl zeigt Werke von Denisa Lehocká und Erwin Thorn, während die Charim Galerie Arbeiten von Eva Beresin präsentiert.

Besondere Aufmerksamkeit erhält die Gregor Podnar Galerie, die beeindruckende Landschaftsfotografien von Primož Bizjak und Arbeiten von Franz Kapfer anbietet. Auch die Crone Galerie ist mit einer Solo-Show von Christian Jankowski vertreten sowie mit Werken von Channa Horwitz, Hanne Darboven, Rosemarie Trockel und Charlotte Posenenske. Etablierte Galerien wie Krinzinger und Nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder sind in der prestigeträchtigen Veranstaltung ebenfalls vertreten. Die Messe zieht bis zu 100.000 Besucher an, was sie zur besucherstärksten Kunstmesse Europas macht.

Teure Kunstwerke und verkaufte Stücke

Die ausstellenden Galerien bieten einige der teuersten Kunstwerke zum Verkauf an; das teuerste Stück ist Juan Gris‘ „Die Taube“ aus dem Jahr 1917, das für 4,2 Millionen Euro von Leandro Navarro angeboten wird. Darüber hinaus gibt es Werke von Robert Rauschenberg (825.000 Euro) und Georg Baselitz (1,5 Millionen Euro) bei Thaddaeus Ropac sowie Werke von Morandi (3 Millionen Euro) und Matisse (1 Million Euro) in demselben Umfeld. Chillidas Betonskulptur „Leku III“ wird von der Galerie Mayoral für etwa 1,9 Millionen Euro angeboten.

Die Stimmung unter den spanischen Galeristen ist jedoch getrübt. Sie sehen sich mit einem Mehrwertsteuersatz von 21 Prozent auf Kunstwerke konfrontiert, was als erheblicher Wettbewerbsnachteil im Vergleich zu anderen europäischen Ländern gilt. Protestaktionen sind bereits im Gange. Über 140 spanische Künstler und Galeristen protestierten gegen die hohe Kultursteuer.

Proteste gegen hohe Mehrwertsteuer

Der Protest wuchs signifikant, als rund 200 spanische Galerien Anfang Februar 2026 für sechs Tage geschlossen blieben. Dies war die erste Streikaktion dieser Art in der Geschichte Spaniens, organisiert vom Consorcio de Galerías de Arte Contemporáneo unter dem Motto „Puertas Cerradas al 21%“. Der hohe Steuersatz wurde 2012 im Rahmen eines Sparpakets eingeführt und seither nicht gesenkt, während andere Kultursektoren wie das Kino entlastet wurden.

Idoia Fernández, Vorsitzende des spanischen Kunstgalerienverbands APA, kritisierte dies als unzureichende Antwort der Regierung auf die Anforderungen der Branche. Derweil schieben Kulturminister Ernest Urtasun und Finanzministerin María Jesús Montero die Verantwortung für die Besteuerung gegenseitig hin und her. Die Branche fordert eine Senkung des Steuersatzes, um in einem internationalen Vergleich konkurrenzfähig zu bleiben. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt die Mehrwertsteuer für Kunstwerke 7%, in Österreich 13% und in Frankreich lediglich 5,5%.

Zusätzliche Protestaktionen während der ARCO fanden statt, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Regierung auf die ungünstigen Bedingungen, unter denen die spanischen Galerien arbeiten, zu lenken. Es bleibt abzuwarten, ob die umfassenden Proteste in diesem Jahr ein Umdenken hervorrufen werden, da der Druck auf die Regierung wächst, die Bedingungen für Kunstverkäufe in Spanien zu verbessern.