In der dynamischen Welt der Logistik hat sich die Rolle der Frauen in den letzten Jahren zunehmend gewandelt. Ein herausragendes Beispiel ist Stefanie Rieder, Logistikchefin bei Spitz, die in einem Interview betont, dass die Logistik sich von einer Unterstützungsfunktion zu einem entscheidenden strategischen Erfolgsfaktor entwickelt hat. Rieder hebt hervor, dass im heutigen Umfeld die Steuerung von End-to-End-Materialflüssen und die Nutzung von Echtzeitdaten essenziell ist. Ihre Sichtweise reflektiert die bedeutende evolutionäre Veränderung in der Industrie, die verstärkt auf Effizienzsteigerung und Digitalisierung setzt, wie Leadersnet berichtet.
Spitz verfolgt einen nachhaltigen Ansatz zur Effizienzsteigerung in allen Geschäftsprozessen, um Fehler zu minimieren und Abläufe zu beschleunigen. Rieder, die ein Team von über 40 Mitarbeitern leitet, setzt auf Werte wie Transparenz, Austausch und Vertrauen. Ihre Überzeugung ist, dass Vielfalt im Team einen entscheidenden Vorteil bietet, da unterschiedliche Denkansätze und Führungsstile zusammengeführt werden können.
Die Rolle der Frauen in der Logistik
Der Frauenanteil in der Logistik beträgt aktuell 23 %. Das bedeutet, dass nur knapp jede vierte Position von einer Frau besetzt ist. Rieder hebt hervor, dass Frauen in der Logistik oft Multitasking- und Beziehungskompetenzen mitbringen, die für den Erfolg in diesem Sektor von Vorteil sind. Die Verteilung der Frauen in verschiedenen Verkehrsträgern spiegelt jedoch noch eine ungleiche Verteilung wider: Lediglich 12 % der Stellen im Schienen- und Straßenverkehr sowie 21 % in der Luftfracht sind mit Frauen besetzt, während der Wasserbereich mit 27 % etwas besser abschneidet, so Daten von Transportlogistic.
Zusätzlich zeigt sich, dass der Frauenanteil in logistiknahen Dienstleistungsunternehmen bei 23 %, in Lagerhäusern bei 30 % und bei KEP-Diensten sogar bei 32 % liegt. Trotz dieser positiven Zahlen bleibt die Führungsebene stark Männerdominiert, was Frauen im Management der Top-100-Logistikunternehmen betrifft. Hier ist der genaue Anteil an Frauen unbekannt, was auf bestehende Herausforderungen hinweist.
Herausforderungen und Chancen
Frauen bringen nicht nur wichtige Eigenschaften mit, die für den Erfolg in Logistikunternehmen bedeutsam sind, sondern ihre Integration wird als Teil des Megatrends der Diversifizierung in der Branche erkannt. Laut dem Fraunhofer Institut wird die Vielfalt auch zukünftig einen positiven Einfluss auf den Unternehmenserfolg haben.
Rieder fordert mehr niederschwellige Weiterbildungsangebote in Österreich, speziell für technische Berufe, um Chancengleichheit zu fördern. Ihrer Meinung nach ist Bildung der Schlüssel zu Selbstbestimmung und Erfolg. Ihr eigener Werdegang ist geprägt von Neugier, Umsetzungskompetenz und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Jüngeren Frauen empfiehlt sie, sich aktiv in operative Verantwortungen zu trauen und ihre Leistungen sichtbar zu machen, während sie gleichzeitig die Bedeutung von Planbarkeit in den Arbeitszeiten betont, um Beruf und Familie besser vereinbaren zu können, wie auch das Wirtschaftsinstitut thematisiert.
Die Logistikbranche bleibt für Frauen und Männer ein wachsender Sektor mit vielfältigen Berufschancen. Dennoch ist es entscheidend, dass sowohl Unternehmen als auch Gesellschaft die notwendigen Schritte unternehmen, um Frauen eine gleichberechtigte Stellung zu ermöglichen und ihre Talente in der Führungsetage besser zu nutzen.