Friederike Hubauer-Furthmayr, die älteste Oberösterreicherin, ist im Alter von 107 Jahren in Linz verstorben. Sie hinterlässt ein beeindruckendes Lebenswerk und zahlreiche Erinnerungen an eine bewegte Geschichte, die sie selbst miterlebt hat. Geboren im Oktober 1918 in Kirchberg-Thening, erlebte sie den Ende des Ersten Weltkriegs und die damit verbundenen gesellschaftlichen Umbrüche. Aufgewachsen in Linz besuchte sie die Schule der Kreuzschwestern und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Ihre Mutter, eine Schneiderin, musste nach dem frühen Verlust des Vaters für die Familie sorgen, die aus Friederike und ihren zwei Geschwistern bestand.
Im Laufe ihres Lebens baute sie eine bemerkenswerte Karriere auf. Nach ihrer Schulzeit arbeitete sie in der Molkerei ihres Onkels, wo sie nach und nach Verantwortung übernahm. 1957 wurde sie Geschäftsführerin der Zentralmolkerei Furtmayr und konnte sich in einer männerdominierten Branche erfolgreich durchsetzen. Dies war eine Zeit, in der Frauen oft in traditionellen Rollen gefangen waren, und ihre Leistungen waren daher umso bemerkenswerter. Sie war maßgeblich an mehreren Zusammenschlüssen von Genossenschaftsmolkereien beteiligt, was ihren Einfluss in der Branche weiter festigte.
Ein Leben inmitten der Geschichte
Während ihres langen Lebens erlebte Friederike Hubauer-Furthmayr nicht nur persönliche Herausforderungen, sondern auch weitreichende historische Ereignisse. Sie erlebte die Folgen der Ersten Republik, den Nationalsozialismus, die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und die anschließende Besatzungszeit in Österreich. 1955, als der Staatsvertrag unterzeichnet wurde, beendete Österreich offiziell die Besatzung und kehrte zur Souveränität zurück. Diese Erlebnisse prägten nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch die Generation, die sie repräsentierte.
An ihrem 107. Geburtstag wurde sie von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) gewürdigt, der ihr persönlich gratulierte. Er überreichte ihr Torte und Blumen und nannte sie einen Teil der „bewegten Geschichte Oberösterreichs“, die entscheidend zur Schaffung von Frieden und Wohlstand beigetragen habe. Ihre Rückblicke, insbesondere auf die Erlebnisse am Ende des Zweiten Weltkriegs, zeigen, wie stark die historischen Gegebenheiten ihre Persönlichkeit formten.
Familie und Vermächtnis
Bis ins hohe Alter lebte Friederike Hubauer-Furthmayr in ihrer Wohnung in Linz und hielt engen Kontakt zu ihrer Familie, zu ihren Enkeln und Urenkeln. Ihr Leben ist nicht nur ein Beispiel für persönliche Leistung und Durchhaltevermögen, sondern auch ein Spiegelbild der wechselvollen Geschichte Oberösterreichs, das von frühen neolithischen Siedlungen, der Herrschaft der Römer bis hin zu den Herausforderungen des 20. Jahrhunderts reicht. Die Geschichte Oberösterreichs ist geprägt von verschiedenen Epochen, die von den Neandertalern bis zur österreichischen Souveränität reichen und Friederikes Leben war untrennbar mit dieser Geschichte verbunden.
Ihr Tod ist ein Verlust für die Gemeinschaft und erinnert an die Lebensgeschichten der Menschen, die über ein Jahrhundert lang Zeugen der Veränderungen in Oberösterreich und der Welt waren. Friederike Hubauer-Furthmayr wird in den Erinnerungen ihrer Familie und der Gesellschaft weiterleben.
Für weitere Informationen über das Leben von Friederike Hubauer-Furthmayr, können Sie die Artikel von 5min [5min] und meinbezirk [meinbezirk] einsehen sowie die allgemeine Geschichte Oberösterreichs auf [Wikipedia] nachlesen.