Das Thema nachhaltiger Konsum gewinnt zunehmend an Bedeutung. Verbraucher*innen interessieren sich verstärkt für die Herkunft ihrer Lebensmittel und die damit verbundenen Zertifizierungen. Doch was steckt wirklich hinter den Begriffen „bio“, „regional“ und „fairtrade“? Die Informationen dazu sind häufig widersprüchlich und können verwirrend sein. exxpress.at gibt Aufschluss über verschiedene Siegel und deren wirkliche Bedeutung.
Das bekannte EU-Bio-Siegel verspricht einige Vorteile: Produkte, die dieses Siegel tragen, dürfen keine Gentechnik enthalten und müssen ohne chemisch-synthetische Pestizide angebaut werden. Zudem müssen mindestens 95% der Zutaten bio-zertifiziert sein. Allerdings garantiert dieses Siegel keinen besseren Geschmack oder höhere Nährwerte und sagt auch nichts über die regionale Herkunft aus. Besondere Umstände können mit den EU-Bio-Siegeln einhergehen – so können beispielsweise EU-Bio-Eier aus Rumänien stammen und EU-Bio-Äpfel aus Chile geliefert werden.
Die Unterscheidung der Siegel
Die EU-Bio-Zertifizierung ist seit Juli 2012 verpflichtend für verpackte Bio-Lebensmittel in der EU. Doch in Deutschland gibt es neben staatlichen Bio-Zeichen eine Vielzahl an Verbands-Siegeln, die unterschiedliche Anforderungen an Tierhaltung und Zusatzstoffe stellen. nachhaltigkeit-mit-kopf.de erläutert, dass beispielsweise Demeter das älteste Bio-Siegel ist und die höchsten Standards verfolgt, während Bioland und Naturland ebenfalls strenge Richtlinien aufweisen. Verbraucher stehen oft vor der Herausforderung, das für sie passende Siegel zu finden, um echte Bio-Qualität zu erkennen.
Regionalität ist ein weiteres beliebtes Verkaufsargument. Allerdings ist der Begriff „regional“ nicht klar definiert, was dazu führt, dass Produkte als regional beworben werden können, obwohl nur ein Teil der Wertschöpfung wirklich aus der Region stammt. Das AMA-Gütesiegel in Österreich hingegen garantiert, dass wesentliche Zutaten und deren Verarbeitung tatsächlich aus dem Land stammen. Dennoch bleibt es schwierig, ohne klare Herkunft oder vertrauenswürdiges Siegel das wahre regionale Produkt zu erkennen.
Fairtrade und seine Herausforderungen
Fairtrade-Produkte sind darauf ausgelegt, faire Mindestpreise und Prämien für Gemeinschaftsprojekte zu gewährleisten. Doch auch hier sind Einschränkungen zu beachten. Nicht die gesamte Ernte wird unter Fairtrade-Bedingungen verkauft, und die Prämie landet häufig bei Kooperativen und nicht direkt bei den einzelnen Bauern. Diese Transaktionswege können durch Verarbeitung, Transport und Handel zusätzlich kompliziert werden. NABU hebt hervor, dass Verbraucher beim Einkauf vor der Abwägung stehen, ob sie beispielsweise Biomilch von weit her oder konventionelle Milch aus der Region bevorzugen möchten.
In einer Zeit, in der Verbraucher zunehmend auf die Erkennung von nachhaltigen Produkten achten, wird die Unterscheidung zwischen verschiedenen Siegeln und Labels jedoch immer anspruchsvoller. Es ist ratsam, auf zertifizierte Kennzeichnungen wie das EU-Bio-Siegel oder das AMA-Gütesiegel zu achten, um echte Qualität und Transparenz in der Lebensmittelbranche zu fördern. Die Orientierung im Supermarkt wird durch gesetzliche und freiwillige Kennzeichnungen zwar erleichtert, doch bleibt es entscheidend, die Zutatenlisten aufmerksam zu lesen und sich über die verschiedenen Siegel zu informieren.
Ein bewusstes und informatives Kaufverhalten kann dazu beitragen, die richtigen Entscheidungen für eine nachhaltige Ernährung zu treffen. Dabei ist Transparenz über Herkunft und Verarbeitung der Produkte unerlässlich.

