Die Lawinengefahr in Österreich hat alarmierende Ausmaße erreicht. Aktuell gilt in Tirol und Vorarlberg landesweit der AT-Alarm. In den vergangenen Tagen starben dabei mehrere Menschen und zahlreiche wurden verletzt. Wie exxpress.at berichtet, sind die gefährlichen Bedingungen das Ergebnis unbeständiger Wetterverhältnisse mit Neuschnee und steigenden Temperaturen.
Am Sonntagvormittag wurde die Lawinenwarnstufe vier von fünf ausgerufen. Besonders verheerend waren die Ereignisse am Freitag, als insgesamt fünf Personen in Tirol und Vorarlberg zu Tode kamen. Bei einem Lawinenunglück in St. Anton kamen drei Wintersportler – ein Österreicher, ein Pole und ein US-Amerikaner – ums Leben. In Nauders starb ein 42-jähriger Deutscher, während sein 16-jähriger Sohn schwer verletzt wurde. Ein Snowboarder aus der Schweiz erlitt ähnliches Schicksal im Skigebiet Sonnenkopf, wo seine Reanimationsversuche erfolglos blieben.
Erneute Warnungen und Absagen von Aktivitäten
Trotz der kritischen Lage sind weiterhin zahlreiche Wintersportler abseits gesicherter Pisten unterwegs, was die Sicherheit zusätzlich gefährdet. Im Hintertuxer Gletscher wurden am Sonntag zwei Personen, ein 55-jähriger schwedischer Urlauber und sein 15-jähriger Sohn, schwer verletzt ins Krankenhaus geflogen, nachdem sie teilweise verschüttet wurden. Auch in See gab es einen Lawinenabgang, der einen Skiweg versperrte, jedoch ohne Personenschaden blieb.
Der AT-Alert wurde in Tirol um 24 Stunden verlängert, und zusätzliche Aufklärungsflüge sind in Ischgl, Kaunertal, Nauders und Inntal geplant. Es wird davon abgeraten, Aktivitäten außerhalb der gesicherten Bereiche zu unternehmen. Der österreichische Lawinenlagebericht, eine zentrale Informationsquelle für Wintersportler, wird täglich aktualisiert und ist für die Beurteilung der Lawinengefahr unerlässlich. Besonders Off-Piste-Skifahrer sollten die Lageberichte regelmäßig überprüfen, da die Schneedeckestabilität schnell schwanken kann, wie skinachrichten.de berichten.
Die Bedeutung der Lawinensicherheit
Die Gefahren der Lawine bleiben eine der größten Sorgen im freien Gelände. Faktoren wie Schneedeckenaufbau, Wind, Temperatur und Gelände beeinflussen die Stabilität der Schneedecke. Laut dem ZDF gilt frisch gefallener Schnee ohne Wind als relativ sicher, während Windverlagerungen Triebschnee erzeugen können, der gefährlich bleibt. Die europäische Lawinengefahrenskala reicht von Stufe eins (gering) bis fünf (sehr groß). Stufe vier bedeutet, dass keinerlei Abfahrten abseits der gesicherten Pisten empfohlen werden.
Um in Krisensituationen effektiv handeln zu können, ist die richtige Ausrüstung unerlässlich. Dazu gehören ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), eine Sonde und eine Schaufel. Die richtige Anwendung dieser Ausrüstung sollte regelmäßig geübt werden. Sicherheit in den Bergen beginnt mit der richtigen Vorbereitung, betonen Experten, und der Respekt vor den natürlichen Gegebenheiten bleibt ein zentrales Anliegen von Wintersportlern und Bergführern.