Ein tragischer Lawinenunfall hat am Mittwoch im Skigebiet „KitzSki“ bei Kirchberg einen 20-Jährigen in kritischen Zustand versetzt. Der Freerider war mit einem Begleiter und weiteren Wintersportlern im freien Skiraum unterwegs, als sich kurz vor 11:00 Uhr eine Lawine löste. Diese riss den jungen Mann an einem steilen Hang 250 Meter talwärts, was zu seinem Verschüttung führte. Nach etwa 20 Minuten wurde er von seinem Begleiter und sechs weiteren Freeridern aus rund zwei Metern Tiefe ausgegraben.

Die Besatzung des Rettungshubschraubers „Heli3“ konnte zunächst keine Lebenszeichen von dem 20-Jährigen feststellen. Erst nach einer dreiminütigen Reanimation konnte der Herz-Kreislauf wiederhergestellt werden. Daraufhin wurde der Mann mit dem Hubschrauber in die Innsbrucker Klinik geflogen, wo er weiterhin auf der Intensivstation behandelt wird.

Erhöhte Lawinengefahr in Tirol

Am selben Tag ereigneten sich in Tirol zwei weitere Lawinenabgänge, bei denen zwei Wintersportler ums Leben kamen: ein 71-jähriger Niederländer in Fiss und ein 44-jähriger Deutscher im Navistal. In Nordtirol wurde am Mittwoch eine erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3) festgestellt, während in höheren Lagen sogar Stufe 4 (große Lawinengefahr) herrschte. Für Donnerstag waren zudem weitere Niederschläge und ein Anstieg der Lawinengefahr auf Stufe 4 über große Teile Tirols vorhergesagt.

Der Lawinenwarndienst in Tirol appellierte an alle Wintersportler, auf gesicherten Pisten zu bleiben und möglichst auf Touren im alpinen Gelände zu verzichten. Vor allem in der kommenden Zeit wird mit 20 bis 40 Zentimetern Neuschnee und starkem Wind gerechnet, was die Risiken weiterer Lawinenereignisse erhöhen könnte.

Die Gefahren des Freeridens

Das Skifahren jenseits gesicherter Pisten wird immer populärer, bringt jedoch auch erhebliche Risiken mit sich. Laut den Informationen von ZDF Heute gehören Lawinen zu den größten Gefahren im freien Gelände. Diese entstehen durch verschiedene Faktoren wie Schneedeckenaufbau, Wind und Temperatur. Kritisch wird es, wenn frischer Pulverschnee durch Wind verfrachtet wird, was instabilen Triebschnee erzeugen kann.

Besonders Stufe 3 der Lawinengefahrenskala wird oft unterschätzt, obwohl sie die meisten Unfälle verursacht. Bei Hängen über 30 Grad kann eine Lawine leicht abgehen, daher ist es wichtig, auf die Hangsteilheit zu achten und lokale Sperrungen zu beachten. Bergführer Stefan Winter stellt fünf Faustregeln auf, die für Wintersportler von Bedeutung sind, um sich sicher im alpinen Gelände zu bewegen.

Für Freerider ist eine vollständige Lawinen-Notfallausrüstung unerlässlich, zu der ein LVS-Gerät, eine Sonde und eine Schaufel gehören. Der richtige Umgang mit dieser Ausrüstung sollte geübt werden, und viele Skigebiete bieten dazu spezielle Lawinenkurse an. Der Respekt vor der Natur und den Bergen bleibt ein zentraler Punkt bei allen Outdoor-Aktivitäten.