Am 27. Februar 2026 kam es in der Ankogelgruppe bei Mallnitz zu einem gefährlichen Lawinenabgang, der die Sicherheit einer Gruppe von vier Skitourengehern in Frage stellte. Die Gruppe, bestehend aus einer Frau und drei Männern im Alter von jeweils 22 Jahren, hatte am Vormittag die Bergstation der Ankogelbahn mit Tourenski erklommen. Trotz ihrer vollständigen Notfallausrüstung, die aus einem Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), einer Sonde und einer Schaufel bestand, wiesen die jungen Sportler geringe Erfahrung im hochalpinen Gelände auf, was in dieser Situation besonders bedenklich war.
Während ihrer Tour entschied sich die Gruppe, im Bereich des Lassacher Kees umzukehren und die Abfahrt in Richtung Ausgangspunkt anzutreten. Gegen 14:20 Uhr wurde die Gruppe von einer fernausgelösten Schneebrettlawine überrascht, die sich unterhalb der Grauleitenspitze bildete. Glücklicherweise war die Lawine weit genug entfernt, sodass die vier Personen nicht direkt betroffen wurden. Aufgrund der prekären Lawinensituation blieben die Tourengeher jedoch vorsichtshalber vor Ort und setzten einen Notruf ab.
Bergung der Verschütteten
Die Bergung der Skitourengeher erfolgte rasch durch einen Polizeihubschrauber, supportet von zwei Beamten der Alpinen Einsatzgruppe Spittal an der Drau. Erfreulicherweise wurden alle vier Wintersportler unverletzt nach Mallnitz geflogen. Wenige Minuten nach dem Vorfall lösten sich im Bereich der Aufstiegs- und Abfahrtsspur der Gruppe weitere Lawinen, die die Gefahrenlage erneut verdeutlichten.
In einem solchen Gelände birgt das Skifahren abseits gesicherter Pisten erhebliche Risiken. Laut zdfheute.de gehören Lawinen zu den größten Gefahren im freien Gelände. Diese entstehen durch Faktoren wie Schneedeckenaufbau, Wind, Temperatur und die Beschaffenheit des Geländes. Besonders kritisch wird es, wenn Wind den Schnee verfrachtet und Triebschnee entwickelt, der schlecht mit der Altschneedecke verbunden ist. Neuschneeprobleme sowie der Klimawandel, der Permafrost und Gletscher beeinflusst, steigern zusätzlich die Gefahr von Bergstürzen.
Vorbereitung und Sicherheit
Die zentrale Informationsquelle für Wintersportler ist der tägliche Lawinenlagebericht, der von staatlichen Lawinenwarndiensten erstellt wird. Dieser gibt Klarheit über die Gefahrengröße, gefährliche Gebiete und die Art der Lawinenproblematik. Besonders die Stufe 3 der fünfstufigen europäischen Lawinengefahrenskala, die als „erheblich“ eingestuft wird, wird oft unterschätzt. Laut Experten passieren dort die meisten Unfälle.
Um sicher im alpinen Gelände zu agieren, empfiehlt Stefan Winter, im Notfall seitlich aus der Lawine wegzufahren und Schwimmbewegungen zu machen, sollte man erfasst werden. Die Überlebenswahrscheinlichkeit sinkt nach etwa 15 Minuten erheblich. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, die Notfallausrüstung nicht nur mitzuführen, sondern auch den Umgang damit zu üben. Lawinenkurse werden in vielen Skigebieten angeboten, um den notwendigen Respekt vor der Natur und den Bergen zu fördern.
In dieser dramatischen Situation in Mallnitz wurde die Wichtigkeit von Vorsichtsmaßnahmen und der richtigen Ausrüstung einmal mehr offenbar. Es bleibt entscheidend, die Empfehlungen und meteorologischen Warnungen ernst zu nehmen, um die Sicherheit im Gebirge zu gewährleisten.