Am 26. Februar 2026 gab Landeshauptmann Peter Kaiser bekannt, dass er am 31. März 2026 nach 13 Jahren im Amt zurücktreten wird. Diese Entscheidung markiert das Ende einer bemerkenswerten Amtszeit, in der Kaiser über 20.000 Termine wahrgenommen und mehr als 9.000 Regierungsbeschlüsse gefasst hat. Die wichtigsten Herausforderungen, die Kaiser während seiner Zeit an der Spitze bewältigen musste, beinhalteten unter anderem die Hypo- und Heta-Krise, die Flüchtlingssituation von 2015, Naturkatastrophen sowie die Corona-Pandemie. Ein bedeutender Meilenstein seiner politischen Karriere war die Einführung des Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes.

Als Übergangslösung wird die Amtsgeschäfte vorübergehend von der stellvertretenden Landeshauptfrau Gaby Schau­nig übernommen. Der Kärntner Landtag wird am 7. April 2026 seinen neuen Landeshauptmann wählen. Mit Daniel Fellner (SPÖ) ist ein Nachfolger im Gespräch, der am 8. April 2026 durch den Bundespräsidenten angelobt werden soll. Die erste Regierungssitzung unter neuer Führung wird einen Tag später, am 9. April 2026, stattfinden. Kaiser, Fellner und Martin Gruber (ÖVP) bestätigten diesen Zeitplan bei einem gemeinsamen Auftritt, und die Fortsetzung der Koalition zwischen SPÖ und ÖVP wurde ebenfalls bekannt gegeben.

Details zum Wechsel

Der Wechsel an der Spitze des Landes Kärnten wurde koalitionsintern abgestimmt, um Stabilität zu gewährleisten. In den letzten Tagen gab es Spekulationen über den Wahltermin und Irritationen zwischen den Koalitionspartnern, die jedoch durch ein klärendes Gespräch zwischen Fellner und Gruber ausgeräumt werden konnten. In dieser Zeit wurde auch über die nächsten regulären Landtagswahlen, die für 2028 angesetzt sind, informiert.

Daniel Fellner wird als ein gewiefter Politiker beschrieben, der sich durch Kampagnentalent und Gespür bemerkbar gemacht hat. Zudem gibt es Hinweise auf Avancen an die rechtspopulistische FPÖ, was für Spannungen innerhalb der SPÖ sorgen könnte. Die Partei steht zudem vor einer größeren internen Neubewertung, da Bundeschef Andreas Babler sich zur Wiederwahl im März nominiert hat und andere Führungswechsel in verschiedenen Bundesländern anstehen.

Fellner selbst wurde beim Parteitag am Samstag offiziell als Nachfolger von Kaiser vorgestellt, was den Richtungswechsel innerhalb der SPÖ symbolisiert. Damit steht eine spannende Phase in der Kärntner Politik bevor, in der die Verhandlungen und Entscheidungen der kommenden Wochen entscheidend für die zukünftige Ausrichtung des Landes sein werden. Während die SPÖ mit Veränderungen ringt, zeigen sich bereits erste Auswirkungen auf die politische Landschaft Kärntens.