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Die NÖ-Landesausstellung 2026 wurde am 27. März 2026 im Festzelt am Parkplatz des Klinikums Mauer feierlich eröffnet. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner führte sich durch die Ausstellung, die sich intensiv mit dem Thema psychische Gesundheit beschäftigt. Die Kuratoren Niko Wahl und Michael Resch, zusammen mit Armin Laussegger, erläuterten den vielfältigen Aufbau der Schau, die sowohl historische als auch moderne Aspekte der Psychiatrie thematisiert.

Besondere Objekte wurden präsentiert, darunter die „gläserne Frau“ – eine Leihgabe vom Deutschen Hygiene-Museum in Dresden – und ein mobiler Beichtstuhl. Selbstbildnisse ehemaliger Patientinnen und Patienten sowie ein Tischfußballtisch runden die Ausstellung ab. Ein zentrales Anliegen der Schau ist die Erinnerung an die Gräuel der NS-Zeit, zu denen auch ein Gerät zur Verabreichung von Stromschlägen an Menschen zählt.

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Erinnerungskultur und NS-Medizinverbrechen

Bei der Eröffnung betonte Mikl-Leitner die Wichtigkeit der Erinnerungskultur mit dem Motto „Nie wieder“. Die Ausstellung wird zudem unterstützt durch einen neuen Lernort, der sich mit der Geschichte der NS-Medizinverbrechen im Landesklinikum Mauer auseinandersetzt. In der Zeit des Nationalsozialismus fielen schätzungsweise 250.000 psychisch Kranke und Behinderte dem Euthanasieprogramm zum Opfer, und viele Psychiater waren an menschenverachtenden Programmen beteiligt, die bis zu 400.000 Menschen betroffen haben, wie dgppn.de aufzeigt.

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Diese dunkle Geschichte wird durch die Ausstellung erfahrbar gemacht und soll auch dazu dienen, das Bewusstsein für die weiterhin bestehende Stigmatisierung psychischer Erkrankungen zu schärfen. Landesrat Anton Kasser machte deutlich, wie wichtig es ist, die Thematik in die Gesellschaft zu bringen. Auch die Bürgermeisterin von Mauer, Christian Haberhauer, hob die bautechnische Bedeutung der Ausstellung hervor, die positive Auswirkungen auf die Arbeitsplätze von rund 1.000 Beschäftigten des Klinikums haben könnte.

Vorbereitung auf internationalen Besuch

Die Region Mostviertel erwartet einen Ansturm von rund 200.000 Besuchern während der Laufzeit der Ausstellung, die vom 28. März bis 8. November 2026 täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet ist. Begleitprojekte in der Region, wie eine Birnenerlebniswelt im Haager Tierpark, sollen den Besuchern ein umfassendes Erlebnis bieten. Neben den zahlreichen Exponaten wird auch die Keynote-Speakerin Verena Titze berichten, die persönliche Einblicke in ihren Kampf mit psychischen Erkrankungen teilen wird.

Abschließend bedankte sich Armin Laussegger beim Klinikpersonal und den Patienten, die zur Durchführung der Ausstellung beigetragen haben. Die Ausstellung zur psychischen Gesundheit eröffnet nicht nur einen historischen Kontext, sondern leistet auch einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung und Sensibilisierung für psychische Erkrankungen in der Gegenwart.