In Niederösterreich wurden im Jahr 2024 insgesamt 76.838 gerichtlich strafbare Handlungen angezeigt. Dies markiert einen Anstieg von 0,7 Prozent im Vergleich zu 2023, in dem 76.318 Anzeigen verzeichnet wurden. Die Aufklärungsquote blieb konstant bei 54,6 Prozent und überstieg somit zum neunten Mal in Folge die 50-Prozent-Marke. Dies berichtet oe24.
Ein herausragender Trend in der Kriminalitätsentwicklung war der Anstieg von Wirtschafts- und Internetkriminalität. So stieg die Wirtschaftskriminalität um 7,4 Prozent auf 17.099 Fälle. Internetkriminalität überschritt erstmals die Marke von 11.000 Anzeigen, was einem Anstieg von 12,5 Prozent auf 11.030 Fälle entspricht. Besonders alarmierend ist der Anstieg der Cyberkriminalität im engeren Sinne, der um 32,6 Prozent zugenommen hat.
Gewalt- und Eigentumskriminalität
Während die Gewaltkriminalität um 2,3 Prozent auf 11.128 angezeigte Fälle stieg, wurde bei der Eigentumskriminalität ein Rückgang um 4,9 Prozent festgestellt, ebenso die Raubdelikte mit einem Rückgang von 32,4 Prozent. Solche Entwicklungen reflektieren die variierenden Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Sicherheit.
Besonderes Augenmerk liegt auch auf der Kinder- und Jugendkriminalität, die von 10.717 auf 9.959 Tatverdächtige gesunken ist. Dennoch zeigte sich ein alarmierender Anstieg der Tatverdächtigen unter Zehnjährigen von 127 auf 166 und im Alterssegment der Zehn- bis 14-Jährigen von 1.402 auf 1.528. Insgesamt wurden 50.993 Tatverdächtige ausgeforscht, was einen leichten Rückgang im Vergleich zu 2023 (51.015) darstellt.
Herkunft von Tatverdächtigen
Die Herkunft der Tatverdächtigen bleibt ein umstrittenes Thema. Laut der Statistik stammen die häufigsten ausländischen Täter aus Rumänien mit 3.117 Anzeigen, gefolgt von der Slowakei (1.720) und Ungarn (1.537). Zunehmende Besorgnis äußerte FPÖ-Landbauer, der einen Anstieg der syrischen Tatverdächtigen um 25 Prozent im Vergleich zu 2023 ansprach. Er forderte Maßnahmen wie einen Asylstopp und Remigration zur Bekämpfung der Kriminalität.
In einem größeren Kontext zeigt eine Analyse von Statista, dass in Österreich 2023 rund 528.000 Straftaten angezeigt wurden, was den höchsten Stand seit 2016 darstellt. Über ein Drittel dieser Delikte, etwa 186.000, entfiel auf Wien. In Bezug auf die Ausländerkriminalität waren circa 43 Prozent der Tatverdächtigen und Verurteilten Ausländer. Die Meinungen in der Bevölkerung sind geteilt; rund 70 Prozent der Österreicher glauben, dass Zuwanderer die Kriminalitätsprobleme verschärfen.
Zusammenfassend hat die Kriminalstatistik in Niederösterreich sowohl erfreuliche als auch besorgniserregende Entwicklungen zu verzeichnen. Der Anstieg der Cyberkriminalität und der Wirtschaftsdelikte sind Herausforderungen, die die zuständigen Behörden vor neue Aufgaben stellen. Gleichzeitig ist der Rückgang in der Kinder- und Jugendkriminalität ein positiver Aspekt, der Hoffnung auf eine zukünftige Stabilisierung im Bereich der öffentlichen Sicherheit gibt.




