Die Kreislaufwirtschaft erhält in Österreich zunehmend an Bedeutung und wird in die nationale Industriestrategie integriert. Der Senat der Kreislaufwirtschaft, unterstützt vom ARA Verein, sieht große Chancen in diesem Ansatz. Für das Land wird bis 2030 ein Potenzial von über 35 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung prognostiziert, was die Relevanz der Circular Economy unterstreicht. Alfred Berger von der NÖM AG hebt hervor, dass Rohstoffsicherheit und Wettbewerbsfähigkeit im industriellen Bereich entscheidend sind.

Die Einbindung der Kreislaufwirtschaft in die Industriestrategie soll günstige Rahmenbedingungen schaffen. Haimo Primas, Vertreter von Holcim Österreich, fordert darüber hinaus Planungssicherheit und klare Maßnahmen für künftige Investitionen bis 2050. Das Ziel des Senats ist die Schaffung nachhaltiger Wertschöpfungsketten und eine effiziente Nutzung von Ressourcen.

Herausforderungen und Chancen

Der ARA Vorstandssprecher Harald Hauke weist auf bürokratische und technische Hürden hin, die einem zirkulären Wirtschaften im Weg stehen. Da die Nachfrage nach Sekundärrohstoffen bis 2030 ansteigt, ist eine rasche Anpassung an die neuen Bedingungen erforderlich. Die Kreislaufwirtschaft stellt ein innovatives Wirtschaftssystem dar, das das konventionelle Modell des „Lebenszyklusendes“ durch Strategien wie Reduzierung, Wiederverwendung und Recycling ersetzt. Dies ermöglicht kontinuierliche Wertzuwächse, ohne wesentlich auf primäre Rohstoffe zurückgreifen zu müssen.

Die Transformation zur Kreislaufwirtschaft ist für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung unerlässlich. Diese Veränderungen sind sowohl auf mikro- als auch auf meso- und makroökonomischer Ebene erforderlich. Es soll ein System geschaffen werden, das Umweltschutz, wirtschaftliche Stabilität und soziale Gerechtigkeit vereint.

Forschung und Innovation

Forschung zur Kreislaufwirtschaft konzentriert sich auf zentrale Aspekte wie die effiziente Nutzung seltener Rohstoffe, die Vernetzung von Abfallwirtschaft sowie die gesunde Nutzung von Wasserressourcen. Hierbei werden auch innovative Produkte wie Module für Elektrofahrzeuge und zirkulär designte Smartphones entwickelt, die nachhaltige Ansätze fördern. Die Bioökonomie spielt eine tragende Rolle, da sie biologische Ressourcen über alle Wirtschaftssektoren hinweg nachhaltig nutzt.

Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Politische Instabilitäten, Ressourcenknappheit und Preisschwankungen erhöhen den Druck auf die Unternehmen. Gleichzeitig fordern Klimaveränderungen und extreme Wetterereignisse eine verstärkte Anpassungsfähigkeit. Es gilt, das Wachstum von der Nutzung natürlicher Ressourcen abzukoppeln, was ein zentrales Ziel der Kreislaufwirtschaft darstellt.

Zusammenfassend ist die Kreislaufwirtschaft nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine Chance für eine nachhaltige Zukunft. Wie der Senat der Kreislaufwirtschaft betont, ist eine koordinierte Anstrengung von Unternehmen und Institutionen gefordert, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Eine moderne Wirtschaftsweise, die auf Ressourceneffizienz setzt, ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Übergang in diese neue Ära.

Für weitere Informationen zu den aktuellen Entwicklungen in der Kreislaufwirtschaft besuchen Sie die Seiten von ÖkoNews, Fraunhofer IPK und BMF.