Elaine Ellery, 67 Jahre alt, starb am 6. August 2025 in einem Hospiz in Norwich, England. Ihre aggressive Krebserkrankung wurde im Jahr 2024 diagnostiziert und steht im Verdacht, durch Asbestfasern verursacht worden zu sein. Ellery hatte bereits seit ihrer Kindheit Kontakt mit Asbest, als sie oft ihren Vater umarmte, der Asbestpartikel durch seine Arbeitskleidung nach Hause brachte. Ihr Vater arbeitete von 1949 bis 1974 in einer Fabrik, die vermutlich Asbestverarbeitung beinhaltete, was zu ihren Skhichten führte.
Im Februar 2026 wurde der Fall Ellerys vor Gericht verhandelt, wo das Gericht bestätigte, dass sie an einem Mesotheliom litt, einer Form von Krebs, die mit Asbest in Verbindung steht. Mesotheliome sind aggressive Krebserkrankungen, die vor allem das Mesothel, eine Gewebsschicht, die innere Organe umhüllt, betreffen. Interessanterweise stellte sich heraus, dass Ellery im Erwachsenenleben keinen weiterführenden Kontakt mehr mit Asbest hatte.
Die Gefahren von Asbest
Asbest ist seit den 1960er Jahren als Hauptursache für Mesotheliome bekannt. Wissenschaftler wie Dr. Selikoff aus den USA bezeichnen Mesotheliome als Signaltumoren für asbestbedingte Erkrankungen. In Deutschland wurden Mesotheliome als Berufskrankheit anerkannt, konkret in die Berufskrankheitenliste unter der Nummer 4105 eingetragen. Trotz des seit 1993 bestehenden Asbestverbots in Deutschland steigen die fallenden Zahlen an asbestassoziierten Krebserkrankungen, wie jüngste Statistiken zeigen.
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat in einem Bericht darauf hingewiesen, dass die Latenzzeit zwischen Asbestexposition und Erkrankung mehr als 30 Jahre betragen kann. Zudem sind über 90 Prozent der Mesotheliomerkrankungen in Deutschland als Asbest-bedingt eingestuft. Aktuell gibt es in Deutschland über 900 neu anerkannte Berufskrankheiten nach Nummer 4105, was diese Erkrankung zur häufigsten beruflich verursachten bösartigen Tumorerkrankung macht.
Die familiären Auswirkungen
Elaine Ellery erinnerte sich an ihre Kindheit, in der sie ihren Vater nach der Arbeit freudig willkommen hieß. Sie schilderte, dass sie oft eine schneeflockenartige Substanz auf dem Fabrikboden sah, von der sie vermutet, dass es sich um Asbest handelte. Auch ihr Vater starb im Jahr 1983 im Alter von 59 Jahren und sein Tod wurde als Berufskrankheit klassifiziert. Ein Jahr vor seinem Tod wurde bei ihm Krebs diagnostiziert, was zeigt, wie tief verwurzelt die Gefahren von Asbest in der Lebensrealität dieser Familie sind.
Die Anerkennung von Berufen mit Asbestexposition, wie es in den Berufskrankheitenlisten beschrieben wird, hat rechtliche und gesundheitliche Implikationen für Betroffene, die unter existierenden oder potenziellen Erkrankungen leiden. Die DGUV berichtet, dass die meisten Erkrankungen bei Menschen jenseits von 60 Jahren auftreten, was auf die langwierigen Auswirkungen der Asbestexposition hindeutet.
Die Tragödie von Elaine Ellery macht deutlich, wie belastend und gefährlich die gesundheitlichen Auswirkungen von Asbest sein können, nicht nur für die direkt betroffenen Arbeitnehmer, sondern auch für deren Familien. Die Gesellschaft steht vor der Herausforderung, das Bewusstsein für diese gesundheitlichen Risiken zu schärfen und präventive Maßnahmen zu stärken.
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