In Wien sorgt die Werbung für Kratom, eine psychoaktive Substanz, für reges Aufsehen. Großflächige Plakate, die inklusive Rabattcodes angepriesen werden, machen auf die legal erhältliche Pflanze aufmerksam. exxpress.at berichtet, dass Kratom an Opioid-Rezeptoren im Gehirn wirkt und bei regelmäßigem Konsum eine Abhängigkeit hervorrufen kann. Die Substanz wird aus den Blättern eines Baumes gewonnen, der in Südostasien wächst.

In kleinen Dosen hat Kratom eine stimulierende Wirkung, während höhere Mengen beruhigende und schmerzlindernde Effekte hervorrufen können. Eine 25-Jährige, die Kratom konsumiert hat, beschreibt ihren persönlichen Verlauf der Dosensteigerung und die damit verbundene Gewöhnung. Die Entzugserscheinungen, die bei einem abrupten Absetzen auftreten können, sind zwar oft schwächer als bei klassischen Opiaten, doch sie sind belastend und halten mehrere Tage an. Zu den Hauptsymptomen zählen starkes Schwitzen, Übelkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie psychische Probleme wie Angst und Schlafstörungen.

Gesundheitsrisiken und Warnungen

Experten warnen vor den gesundheitlichen Folgen des Konsums von Kratom. bfr.bund.de hebt hervor, dass die Zubereitungen auf das zentrale Nervensystem wirken können. Neben den bereits bekannten Entzugserscheinungen sind auch andere unerwünschte Wirkungen wie Schädigungen der Leber und der Nieren, sowie neurologische Symptome dokumentiert.

Die Pflanze enthält mehrere Alkaloide, darunter Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin, die sich an die Opioidrezeptoren im Körper binden. Berichte über schwerwiegende Folgen wie Herzrhythmusstörungen und sogar Todesfälle, darunter der erste dokumentierte Fall in Deutschland im Jahr 2024, geben anhaltenden Anlass zur Vorsicht. Wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu den langfristigen Risiken von Kratom sind bisher jedoch unzureichend.

Rechtslage und Regulierungen

Ein weiteres Problem stellt die unklare rechtliche Einstufung von Kratom dar. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat bereits im Juli 2025 vor der Anwendung von Kratom zu medizinischen Zwecken gewarnt, wobei die Sicherheit und Wirksamkeit der Substanz nicht ausreichend geprüft sind bfarm.de. Aktuell wird Kratom im Internet als pflanzliches Mittel gegen zahlreiche Beschwerden beworben – von Schmerzen bis hin zu Angst und Depressionen – ohne dass dies durch anerkannte Studien gestützt wird.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen variieren in der EU, wobei einige Mitgliedstaaten, wie Frankreich, den Erwerb und Besitz von Kratom bereits verboten haben. Das BfArM steht in Kontakt mit Landesbehörden, die die Einstufung und Überwachung von kratomhaltigen Produkten übernehmen. Diese Behörden entscheiden, ob Produkte als zulassungspflichtiges Arzneimittel eingestuft werden müssen, basierend auf ihrer Bewerbung als Heilmittel.

Die aktuelle Situation rund um Kratom wirft sowohl gesundheitliche als auch rechtliche Fragen auf. Die Verwendung dieser Substanz sollte daher mit Vorsicht betrachtet werden, da die langfristigen Auswirkungen und Sicherheitsprofile noch unzureichend erforscht sind.