In einer aktuellen Stellungnahme hat KOBV-Präsident Franz Groschan vehement den geplanten Ausbau von Sonderschulen in Österreich kritisiert. Er betont die wichtige Rolle, die eine fundierte Schul- und Berufsausbildung für die Integration von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt spielt. Die Initiative, den Bau neuer Sonderschulen voranzutreiben, wird als kontraproduktiv angesehen. Laut ots.at sollte Inklusion bereits im schulischen Lernen beginnen, um den Bedürfnissen aller Schüler gerecht zu werden.

Die geplanten Maßnahmen in Oberösterreich stehen im Widerspruch zu den Verpflichtungen Österreichs zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Ein Bericht der UN aus dem Jahr 2023 hat festgestellt, dass Österreich mit der Umsetzung der inklusiven Bildung erheblich im Verzug ist. Der Ausbau von Sonderschulen behindert nicht nur die soziale Integration von Kindern mit Behinderungen, sondern sorgt auch dafür, dass ihre Chancen auf einen Arbeitsmarkteinstieg äußerst gering bleiben. Nur sechs Prozent der Jugendlichen, die eine Sonderschule absolvieren, können in den Arbeitsmarkt eintreten.

Wirtschaftliche und soziale Auswirkungen

Die Ergebnisse zeigen, dass weniger als ein Prozent der Schüler, die ihre Schulpflicht an einer Sonderschule beenden, eine Allgemeine Höhere Schule (AHS) oder eine Berufsbildende Höhere Schule (BHS) besuchen, während es bei Berufsmittelschulen (BMS) gerade mal knapp drei Prozent sind. Diese Zahlen belegen, dass der aktuelle Ansatz das Bildungssystem nicht nur sozial ungerecht macht, sondern auch ökonomische negative Auswirkungen auf die Gesellschaft hat.

Der KOBV fordert daher eine umfassende Reform des Bildungssystems in Österreich, das vor allem inklusiven Ansätzen Rechnung trägt. Finanzielle Mittel für inklusive Regelschulen seien unzureichend und die Wahlfreiheit für Eltern bezüglich der Schulwahl existiere oft nur auf dem Papier. Zusätzliche Maßnahmen zur Förderung dieser Bildungssystematik, wie persönliche Assistenz und Sensibilisierungsaktionen für Eltern, sollen nach den Empfehlungen des KOBV dringend in die Praxis umgesetzt werden.

Internationale Beispiele für Inklusion

Positive Beispiele aus anderen Ländern unterstützen die Argumentation des KOBV. In Island haben nahezu alle Schulen inklusive Modelle angenommen, während Italien bereits in den 1980er Jahren entschieden hat, das Sonderschulsystem abzuschaffen. Diese internationalen Erfahrungen könnten als wertvolle Referenz für die nötigen Reformen in Österreich dienen.

Groschan unterstreicht eindringlich, dass Taten dem Bekenntnis zur Inklusion folgen müssen. Um den rechtlichen Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht zu werden, ist eine Neuausrichtung der Bildungspolitik dringend erforderlich. Der KOBV setzt sich für die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in allen Bildungsbereichen sowie das Recht auf Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr ein.