Die ehemalige österreichische Außenministerin und FPÖ-Politikerin, Karin Kneissl, hat sich in einem Schreiben an Anton Wajno, den Chef von Putins Präsidialverwaltung, für die Unterstützung des russischen Regierungsapparats bedankt. Dies berichtet die Kleine Zeitung. In ihrem Schreiben betonte sie, wie dankbar sie für die Hilfe beim Umzug nach St. Petersburg war.
Kneissl, die im September 2020 Österreich verließ und im März 2022 aus der EU ausgeschlossen wurde, weil sie sich weigerte, Russland zu verurteilen, führte in ihrem Schreiben auch aus, dass sie nach ihrer Ankunft im Libanon Unterstützung von der russischen Botschaft in bürokratischen Angelegenheiten erhielt. Laut Kneissl wurde sie und ihre Tiere bei ihrem Umzug in Russland wie enge Verwandte aufgenommen.
Politische Karriere und Kontroversen
Kneissl, die von 2017 bis 2019 als Außenministerin diente, ist auch für ihre russlandfreundlichen Äußerungen nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs bekannt. Kritiker werfen ihr vor, sich in den Dienst russischer Propaganda zu stellen. Aufgrund ihrer Verbindungen zu Russland fordern die NEOS, eine österreichische Partei, dass ihr die Staatsbürgerschaft entzogen wird.
Nach ihrer Zeit in Österreich lebte Kneissl zunächst in Frankreich, dann im Libanon, bevor sie im Herbst 2023 nach St. Petersburg übersiedelte. Ihre enge Beziehung zu Russland erweckt außerdem das Interesse von Geheimdienstexperten, darunter Andrej Soldatow, der mutmaßt, dass ihr Leben in Russland von Wladimir Putin selbst überwacht wird. Eine anonyme Quelle aus einem westlichen Geheimdienst äußerte, dass dafür keine zentrale Koordinationsstelle benötigt werde.
Österreichisch-Russische Beziehungen im Wandel
Die Beziehungen zwischen Österreich und Russland haben eine lange Geschichte, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Berichte belegen, dass Joseph II. und Katharina II. 1787 am Dnepr zusammentrafen, während später Peter der Große Bestrebungen unternahm, Russland näher an den Westen zu orientieren. Diese historischen Verbindungen sind in mehreren Kriegen und politischen Bündnissen von Bedeutung gewesen, insbesondere während der österreichischen und polnischen Erbfolgekriege.
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und der Sowjetunion wurden im Jahr 1924 wiederhergestellt, und auch nach dem Zweiten Weltkrieg hielt Österreich enge Kontakte zu Russland aufrecht. Bereits 1968 importierte Österreich als erstes westeuropäisches Land Erdgas aus der Sowjetunion. Die Beziehungen blieben nach der Ukraine-Krise 2014 angespannt, doch der Handelsaustausch, insbesondere im Energie- und Finanzsektor, zeigte auch im Jahr 2023 keine signifikanten Rückgänge.
In der jüngeren Vergangenheit wurden jedoch mehrere russische Diplomaten wegen Spionageverdachts aus Österreich ausgewiesen, und das Land setzt sich kontinuierlich mit den Herausforderungen eines sich verändernden geopolitischen Klimas auseinander, das eng mit der Geschichte der österreichisch-russischen Beziehungen verknüpft ist.



