Österreich

Klimakrise in der Steiermark: Extreme Wetterlagen verursachen Landwirtschaftsschäden in Millionenhöhe

Die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels in Österreich: Eine Analyse der aktuellen Situation

Die steirische Landwirtschaft wird derzeit durch Frost, Hagel, Stürme und Überschwemmungen schwer beeinträchtigt. Diese Wetterextreme sind direkte Auswirkungen der Klimakrise, die auch zu erheblichen Schäden in der Region geführt haben. Ein ungewöhnlich warmer Januar, der wärmste Februar und der heißeste März in der Messgeschichte haben zu einer verfrühten Vegetation geführt. Ein früher Frost Mitte April traf die fortgeschrittene Obstblüte und verursachte regionale Totalausfälle, insbesondere bei Steinobst wie Marillen, Zwetschgen und Kirschen.

Die heftigen Unwetter im Mai und Juni mit Hagel, Stürmen und Überschwemmungen haben die Situation noch verschlimmert und bereits einen Gesamtschaden von über 45 Mio. Euro in der steirischen Landwirtschaft verursacht. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzen sich verschiedene Persönlichkeiten aus der Region aktiv für den Schutz und die Absicherung des landwirtschaftlichen Standorts ein. Landesdirektor Ing. Josef Kurz, Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer und Präsident Franz Titschenbacher der Landwirtschaftskammer Steiermark haben bei einem Lokalaugenschein die gravierende Situation vor Ort festgestellt und Maßnahmen zur Schadensbegrenzung erörtert.

Schmiedtbauer: Versicherung als zentrale Maßnahme

Schmiedtbauer betont die Bedeutung einer umfassenden Versicherung für landwirtschaftliche Betriebe, insbesondere gegen Wetterextreme wie Hagel. Durch Unterstützung in Höhe von 55% der Versicherungskosten für die Hagelversicherung sollen die Familienbetriebe abgesichert werden. Zusätzlich werden spezifische Anpassungsschritte für eine klimafitte Lebensmittelproduktion in der Steiermark unternommen. Mit einer adaptierten Verordnung zum „Sachprogramm Naturgefahren“ wird präventiv gegen wasserbedingte Schäden vorgegangen und die Lebensmittelversorgung gesichert.

Titschenbacher: Risikomanagement als Schlüssel

Titschenbacher weist darauf hin, dass die gesamte Steiermark mit den Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen hat. Besonders betroffen sind Ackerbauern, Grünlandbauern in exponierten Lagen und Obstbauern. Er sieht eine umfassende Ernteversicherung als erste Hilfe zur Abfederung von Schäden durch Wetterkapriolen wie Hagel, Frost oder Überschwemmung als dringend erforderlich an. Besondere Maßnahmen sind geplant, um den steirischen Obstbau langfristig zu sichern.

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Wels: Notwendigkeit der Versicherung

Ein Rinderbauer, Wels, betont die Bedeutung der Versicherung für die Existenzsicherung landwirtschaftlicher Betriebe. Er erklärt, dass die schnelle Auszahlung im Schadensfall essenziell ist, da nur wenige Tage über Totalausfälle oder Erträge entscheiden können. Für ihn und andere Bauern ist die Risikovorsorge eine Notwendigkeit, um die Existenz zu sichern und die Qualität der Schadensbearbeitung spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Kurz: Umgang mit Wetterextremen

Laut Kurz sind die zunehmenden Wetterextreme klare Anzeichen des fortschreitenden Klimawandels. Neben Frost sind auch Hagel, Stürme und Überschwemmungen wiederkehrende Risiken für die Landwirtschaft. Eine verstärkte Verdunstung aufgrund der Erderwärmung führt zu häufigeren und stärkeren Niederschlägen. Ziel ist es, die agrarischen Flächen vor den Folgen dieser Extremereignisse zu schützen und die regionale Lebensmittelversorgung sicherzustellen.

Die Hagelsaison in der Steiermark ist noch nicht vorbei, und es wird mit weiteren Wetterkapriolen bis Mitte September gerechnet. Es bleibt zu hoffen, dass die Landwirtschaft auch in Zukunft Maßnahmen ergreifen kann, um sich vor den Auswirkungen der Klimakrise zu schützen und die Existenz der Betriebe langfristig zu sichern.

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