Der Flugverkehr stellt ein zentrales Problem für die EU dar, wenn es darum geht, das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Laut Dolomitenstadt haben sich die CO2-Emissionen im Flugverkehr seit 1990 in der EU mehr als verdoppelt. Prognosen zeigen, dass sich der Kerosinverbrauch bis 2050 bei ungebremstem Wachstum ebenfalls verdoppeln könnte. In Österreich wurden 2024 über eine Million Tonnen Kerosin getankt – das ist mehr als der Verbrauch von Heizöl. Im Gegensatz dazu ist der Verbrauch von Benzin und Diesel rückläufig, während die Zahl der Fluggäste in Österreich stetig wächst. Der Flughafen Wien verzeichnete 2025 über 32 Millionen Fluggäste.

Ein Hauptproblem des Flugverkehrs sind die steuerlichen Begünstigungen, die zu Wettbewerbsverzerrungen führen. So gibt es EU-weit Ausnahmen von Energie- und Umsatzsteuer für den Flugverkehr. Dies führte 2022 zu Subventionen für die Luftfahrt in Europa in Höhe von rund 34 Milliarden Euro. Der Großteil der Steuerausfälle resultiert aus der Umsatzsteuerbefreiung internationaler Flugtickets, was beinahe die Hälfte ausmacht. Österreich verfolgt eine europaweite Kerosinsteuer, die jedoch von mehreren Staaten blockiert wird.

Nachhaltigkeitsziele und Herausforderungen

Zur Erreichung der internationalen Klimaziele wurde festgestellt, dass eine jährliche Verbesserung der CO2-Effizienz von vier Prozent notwendig wäre. Doch laut Tagesschau haben deutsche Airlines, darunter Lufthansa und TUIfly, ihre CO2-Effizienz nur um knapp sechs Prozent im Vergleich zu 2019 verbessert. Im Jahr 2023 war der absolute CO2-Ausstoß des Passagierluftverkehrs, bedingt durch ein geringeres Flugaufkommen, etwa zehn Prozent geringer als im Jahr 2019. Dennoch hat sich der Flugverkehr fast wieder auf das Niveau vor der Pandemie aufgependelt.

Eine weitere Herausforderung ist der doppelten negative Effekt des Fliegens auf das Klima. Neben den CO2-Emissionen gibt es auch Nicht-CO2-Effekte, die beispielsweise durch Kondensstreifen entstehen und zur globalen Erwärmung beitragen. Der Flugverkehr trägt zwischen 3,5 und fünf Prozent zur globalen Erwärmung bei. Angesichts dieser Zahlen sind umweltfreundliche alternative Flugtreibstoffe wie E-Kerosin notwendig, jedoch sind diese noch nicht in ausreichendem Maß verfügbar.

Zukünftige Entwicklungen

Betrachtet man die österreichischen Prioritäten, könnten durch eine nationale Besteuerung von Inlandsflügen jährlich bis zu 10 Millionen Euro eingenommen werden. Bei EU-weiten Flügen wäre das Potenzial sogar vierzigmal so hoch. Zudem könnten Einnahmen aus dem EU-Emissionshandel bei einer Ausweitung auf alle Flüge von 3 Milliarden Euro auf nahezu 11 Milliarden Euro steigen. Im Jahr 2024 hat sich die Nutzung von Privatjets in Österreich mehr als verdoppelt, was weitere Forderungen nach einer gerechteren Besteuerung von Privatflügen nach sich zieht.

Die Entwicklung von direkten Bahnverbindungen zwischen europäischen Metropolen wird als notwendig erachtet, um die Flugreisen sinnvoll zu reduzieren. Aktuelle Maßnahmen und Zielvorgaben, wie im überarbeiteten Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG), verdeutlichen den Druck, den die Luftfahrtbranche spürt, um zur Erreichung der festgelegten Ziele beizutragen. Bis 2045 sollen Netto-Treibhausgasneutralität und nach 2050 sogar negative Treibhausgas-Emissionen erreicht werden, was auch für den Luftverkehr von Bedeutung ist.