Der Klimawandel ist eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit. Der Druck, der durch die vom Menschen verursachten Klimaveränderungen entsteht, nimmt stetig zu. Dies äußert sich auch in der Abnahme der finanziellen Mittel für die Klimaforschung, was von Gerhard Wotawa, dem Obmann des Climate Change Center Austria (CCCA), scharf kritisiert wird. Wotawa bewertete die Kürzung der Mittel des Austrian Climate Research Programme (ACRP) als einen „Kahlschlag“ im Bereich der Klimaforschung in Österreich, wo das Programm als zentral für die Erforschung der Auswirkungen des Klimawandels gilt. Das CCCA ist ein Zusammenschluss der Klimawandel-Forschungscommunity in Österreich und sieht die momentane Situation als alarmierend an. Kleine Zeitung berichtet, dass im Dezember 2022 keine Finanzierungszusagen für den Klima- und Energiefonds vorlagen und die Unklarheit über das Budget bis kurz vor Jahreswechsel anhielt.
Im Jänner 2023 wurde eine Ausschreibung gestartet, deren Budget um 3 Millionen Euro reduziert war, rückblickend für das Vorjahr. Diese Mittel sind entscheidend für die Durchführung von Forschungsprojekten, die sich mit den komplexen Wechselwirkungen des Klimawandels befassen. Wotawa betont, dass massive Investitionen notwendig sind, um das Kippen wichtiger Systeme, wie Wetterextreme oder Anstieg des Meeresspiegels, zu verhindern. Aktuell haben wir bereits eine Durchschnittserwärmung von 3,1 Grad Celsius in Österreich im Vergleich zu 1900 zu verzeichnen.
Finanzierung und Forschungslage
Die Situation des ACRP ist besonders prekär, da in den Programmschienen „ACRP Implementation“ (ACRPI) und „StartClim“ keine Mittel für 2025 vergeben wurden. Für das Jahr 2024 stehen lediglich zwei Millionen Euro rückwirkend zur Verfügung. Die Einsparungspotenziale, die von Wirtschafts- und Landwirtschaftsministerium identifiziert wurden, haben zur Folge, dass zahlreiche Programme aufgrund ausständiger Budgetteile nicht ausgeschrieben werden konnten. Der Fokus des ACRP liegt auf Klimawandelanpassung, Klimaschutz und deren Wechselwirkungen, um die Forschung in praxisrelevante Maßnahmen umzusetzen. Dies ist wesentlich, um wissenschaftlich fundierte Handlungsmöglichkeiten zu schaffen, die für politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entscheidungen notwendig sind. BMLUK hebt hervor, dass die Bundesregierung jährlich mehrere Millionen Euro in Forschung investiert, was jedoch durch die aktuellen Kürzungen gefährdet ist.
Klimamodelle und die Relevanz der Wissenschaft
Weltweit schreitet der Klimawandel mit hohen Temperaturen, extremen Wetterereignissen und steigenden Meeresspiegeln fort. Die Auswirkungen sind alarmierend: Zunahme von Hitzestress, Wassermangel und Überflutungen stellen nicht nur Umwelt und Wirtschaft vor Herausforderungen, sondern auch die Infrastruktur. Ein zentrales Anliegen ist die Vermeidung von Treibhausgasen, wozu die Forschung dringend Antworten und Lösungen liefern muss. BMFTR informiert über neue Entwicklungen, wie die Erstellung eines Klimakatasters zur Bereitstellung lokaler Klimainformationen. Damit sollen wirksame Anpassungsmaßnahmen auf lokaler und regionaler Ebene entwickelt werden.
Insgesamt bleibt die Zukunft des jährlichen „Klimatages“ ungewiss, und es bestehen Bedenken, dass die Mittelrückfahrten die Verbreitung neuer Forschungsergebnisse beeinträchtigen könnten. Der Konnex zwischen Klimaforschung und politischen Entscheidungen könnte in den kommenden Jahren entscheidend für die Handlungsfähigkeit Österreichs in diesem kritischen Bereich sein.