In Villach wird die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in städtische Entscheidungen großgeschrieben. Besonders betont wird dabei die Mitgestaltung durch Kinder. Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Landskron haben aktiv an der Auswahl von Spielgeräten für den beliebten Walter-Dick-Park teilgenommen. Die Vizebürgermeisterin Sarah Katholnig und die Abteilung Stadtgrün haben die Schülerinnen und Schüler besucht, um ihnen die Möglichkeit zur Mitbestimmung zu geben. Die Kinder konnten aus vier Spielgeräten wählen, wobei die Mehrheit sich für eine doppelte Seilbahn entschied, die bis zum kommenden Schulstart installiert werden soll. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig die Einbeziehung junger Menschen in lokale Projekte ist, um ihre Bedürfnisse zu berücksichtigen und ihnen eine Stimme zu geben, wie Klick Kärnten berichtet.
Die Teilnahme der Kinder an der Spielplatzgestaltung ist nicht das einzige Projekt in Villach. Geplant ist auch der Bau eines „Entdeckerpfades“ im Stadtpark, der speziell zum Balancieren und Klettern konzipiert ist. Hierbei werden ebenfalls Kinder der Volksschule 1 – Am Stadtpark aktiv einbezogen. Ein besonders bemerkenswertes Projekt ist die vollständige Planung des Spielplatzes im Grünen Eck Perau, die in Kooperation mit einer Landschaftsarchitektin realisiert wurde und ausschließlich von den Schülerinnen und Schülern entworfen wurde.
Stärkung der Kinder- und Jugendbeteiligung auf nationaler Ebene
Die in Villach angestoßene Bürgerbeteiligung entspricht den Zielen des Nationalen Aktionsplans für Kinder- und Jugendbeteiligung (NAP), welcher vom Bundesjugendministerium entwickelt wurde. Dieses Programm zielt darauf ab, die direkte und sichtbare Beteiligung junger Menschen bis 2025 zu fördern. Der NAP startete als Dialogprozess und schloss verschiedene Formate wie Dialogforen und Jugend-Audits ein. Das Bundesjugendministerium erhielt Unterstützung von der Stiftung SPI bei der Gestaltung dieses Prozesses. Zu den zentralen Ergebnissen des NAP gehören wichtige Empfehlungen zu Beteiligungsprozessen, wie die gleichwertige Behandlung junger Menschen und die Entwicklung einer zentralen Beteiligungsplattform, die den Zugang zu relevanten Informationen erleichtert. Diese Informationen sind in einer Abschlussdokumentation festgehalten, die für alle politischen Ebenen Richtlinien bietet. Informationen dazu finden sich auf der Webseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Die Ergebnisse des NAP beinhalten auch Empfehlungen für die Verbesserung der Kommunikation mit Jugendlichen sowie klar geregelte gesetzliche Vorgaben zur Einbeziehung junger Menschen in Entscheidungen, die sie betreffen. Zudem wird der barrierefreie Zugang zu diesen Beteiligungsangeboten gefordert, um sicherzustellen, dass alle jungen Menschen teilnehmen können.
Die JugendPolitikTage (JPT) und die alle zwei Jahre stattfindende BundesJugendKonferenz (BuJuKo) bieten wichtige Foren für den Austausch zwischen Jugendlichen und politischen Entscheidungsträgern. Diese Initiativen zeigen, dass der Dialog zwischen Jugend und Politik aktiv gefördert wird. Auch die Einführung neuer Qualitätsstandards für die Kinder- und Jugendbeteiligung im November 2022 zielt darauf ab, die Unterstützung und Begleitung durch fachlich ausgebildete Kräfte zu stärken.
Diese aktuellen Entwicklungen in Villach und den darüber hinausreichenden nationalen Aktivitätendemonstrieren, wie wichtig die Einbeziehung junger Menschen in Entscheidungsprozesse ist, um eine kinderfreundliche Gesellschaft zu fördern.