Herbert Kickl, der Chef der FPÖ, sorgte mit seiner Aschermittwochs-Rede für heftige Reaktionen. In seiner Ansprache bezeichnete er die Bundesregierung als „Brutstätte des Unvermögens“ und betrachtete seine politischen Gegner als eine „Einheitspartei“. Diese provokanten Äußerungen zogen sowohl von der SPÖ als auch von den Grünen scharfe Kritik nach sich. Klaus Seltenheim, der SPÖ-Bundesgeschäftsführer, nannte Kickls Rede einen Krawallkurs, der an Inhalten und Lösungen fehle, und bezeichnete einige seiner Äußerungen als „widerwärtige, frauenfeindliche Entgleisung“.

Seltenheim äußerte zudem, dass der Auftritt Kickls zeige, dass die FPÖ nicht in der Regierung sei, und dass dem Land „massiver Schaden erspart geblieben“ sei. Leonore Gewessler, die Klubobfrau der Grünen, schloss sich dieser Kritik an. Sie stellte fest, dass Kickls Lob für US-Präsident Donald Trump fragwürdig sei und sah in seiner Nähe zum „mörderischen Regime in Russland“ einen weiteren Grund zur Besorgnis. Gewessler mutmaße, dass Kickl im Bierzelt Russland-Fahnen schwenken würde, wenn er ehrlich wäre.

Kritik an Frauenfeindlichkeit

Ein weiterer Punkt der Kontroversen war Kickls Angebot, die NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger der Ukraine als „Sachspende“ anzubieten. Dies wurde von Seltenheim scharf als frauenfeindlich kritisiert. Gewessler warf Kickl vor, sich zur Verteidigung der Superreichen zu äußern, anstatt die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen. Sie erklärte, dass Kickl in „schlechten Scherzen“ sinniere, während viele ökonomische Probleme ungelöst blieben. Gewessler sprach von einem „Verrat an all jenen, die sich ein leichteres Leben wünschen“.

Die scharfe Reaktion auf Kickls Auftritte verdeutlicht die tiefen Risse zwischen den politischen Lagern. Die FPÖ wurde wiederholt dafür kritisiert, sich nicht ausreichend um soziale Belange zu kümmern. In einem weiteren Kontext äußerte sich der Kärntner FPÖ-Landesparteiobmann Erwin Angerer kritisch über die SPÖ-Landesrätin Beate Prettner und deren angebliche Fehler im Gesundheitsbereich. Angerer erklärte, dass die FPÖ Prettner im Landtag „herprügeln“ wolle, was ebenfalls auf breite Kritik stieß, insbesondere wegen des gewählten Ausdrucks, der als unangemessen und aggressiv wahrgenommen wurde.

Gewalt gegen Frauen im Fokus

Marina Koschat-Koreimann, Landtagsabgeordnete des Teams Kärnten, bezeichnete Angerers Wortwahl als „widerwärtig“ und verwies auf das erschreckende Ausmaß von Gewalt gegen Frauen. Die Debatte um die politische Kultur innerhalb der FPÖ und deren Umgang mit sozialen Themen wird auch weiterhin spannend zu beobachten sein, während die Reaktionen auf Kickls Provokationen zeigen, wie sensibel die Themen Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit in der aktuellen politischen Landschaft sind.