Die neue Röhre des Karawankentunnels wurde am 18. März 2026 offiziell für den Verkehr freigegeben, ein bedeutendes Ereignis, das Politiker aus Kärnten und Slowenien zusammenbrachte, um die enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zu feiern. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser bezeichnete das Projekt als eines der wichtigsten Infrastrukturvorhaben der letzten Jahrzehnte und dankte den beteiligten Unternehmen wie Asfinag, ÖBB und Kelag für ihre Investitionen, die auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Arbeitsplätze gesichert haben. Außerdem hob er die Bedeutung des Tunnels als Lebensader für die Region hervor.
Insgesamt beträgt die Länge der neuen Tunnelröhre 7.948 Meter, wovon 4.402 Meter auf österreichischem Gebiet liegen. Der Neubau nahm siebeneinhalb Jahre in Anspruch, wobei Verzögerungen durch Vergabeprozesse und hydrogeologische Bedingungen auftraten. Für den Tunnelneubau wurden 191 Millionen Euro investiert, während die Generalsanierung der alten Röhre, die 1991 eröffnet wurde, ebenfalls 123 Millionen Euro kosten wird. Der gesamte Investitionsrahmen, einschließlich slowenischer Beiträge, beläuft sich auf etwa 570 Millionen Euro, wobei auch Fördermittel der EU in Höhe von 3,35 Millionen Euro in der Planungsphase und 9,4 Millionen Euro in der Bauphase bereitgestellt wurden.
Verkehrsumschaltung und zukünftige Entwicklungen
Ab Freitag, dem 20. März 2026, wird der Verkehr von Slowenien nach Kärnten in einer Richtung über die neue Röhre geleitet. Ende März soll der neue Tunnel dann im Gegenverkehr betrieben werden. Gleichzeitig beginnen die Arbeiten zur Sanierung der alten Tunnelröhre, deren Fertigstellung bis Mitte 2029 geplant ist. Dars-Präsident Andrej Ribič versprach, dass der Vollausbau mit vier Fahrbahnen ohne Verzögerungen bis Anfang 2029 abgeschlossen wird. Diese Schritte sind entscheidend für eine verbesserte Verkehrsanbindung zwischen Nord und Süd sowie für die Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
Die neue Tunnelröhre soll auch eine moderne Sicherheitsausstattung aufweisen, die den neuesten technischen Standards entspricht. Dazu gehören unter anderem moderne Lüftungs- und Beleuchtungssysteme sowie Verkehrssensorik. Die Fluchtwege sind alle 330 Meter zwischen den Tunnelröhren angebracht. Auch die Neubauarbeiten für die Hauptmautstelle Rosenbach im neuen ASFINAG-Design sollen bis Ende 2027 mit einer Investition von etwa 30 Millionen Euro abgeschlossen werden.
Bedeutung für die Region und europäische Vernetzung
Infrastrukturminister Peter Hanke begrüßte den neuen Tunnel als Meilenstein für die Zukunft der Region. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer wies auf die Vorteile für heimische Betriebe hin und betonte die stärkere Verbindung zwischen Österreich und Slowenien. Sloweniens Infrastrukturministerin Alenka Bratušek unterstrich, dass der Tunnel nicht nur ein nationales, sondern auch ein europäisches Projekt ist, das Österreich, Slowenien und ganz Europa miteinander verbindet.
Die langjährige Kooperation zwischen Österreich und Slowenien im Bereich Infrastruktur wird durch diese Maßnahme weiter gestärkt. Die Modernisierung und der Neubau von Verkehrsinfrastrukturen sind von großer Bedeutung für die wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder und werden den klimafreundlichen Gütertransport zwischen den Adriahäfen und dem restlichen Europa fördern. Insgesamt wird Österreich in den nächsten sechs Jahren 17,5 Milliarden Euro in die Bahninfrastruktur investieren, was die Nachhaltigkeit und den Klimaschutz in den Vordergrund rückt.
Zu den Feierlichkeiten zur Eröffnung wurden Ehrengäste mit einem Sonderzug zur Veranstaltung gebracht, was die enge Verbundenheit und die langfristige Vision für eine gemeinsame Zukunft unterstreicht. Diese Entwicklungen im Bereich der Verkehrsinfrastruktur zeigen, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern ist, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.



