In den letzten Tagen hat der Wind in Österreich für ein unangenehmes Kälteempfinden gesorgt. Heute, am 22. Jänner 2026, berichten viele Meteorologen von einem signifikanten Windchill-Effekt, der dazu führt, dass sich die Temperaturen kälter anfühlen als sie tatsächlich sind. Laut 5min kann beispielsweise bei 20 km/h Wind eine Temperatur von -5 Grad Celsius sich wie -12 Grad anfühlen. Bei noch stärkerem Wind, etwa 100 km/h, fällt das gefühlte Thermometer auf extreme -18 Grad.
Der Windchill-Effekt entsteht, weil der Wind die wärmende Luftschicht von der Haut wegbläst. Dadurch erhöht sich die Verdunstungskälte, was dazu führt, dass der Körper schneller Wärme verliert. Judith Gerighausen, Meteorologin bei Geosphere, erläutert, dass höhere Windgeschwindigkeiten das Kälteempfinden erheblich verstärken. Generell stellt der Wind die Hauptursache für ein verstärktes Kälteempfinden dar, insbesondere während der Wintermonate, wenn die Temperaturen fallen.
Die physikalischen Grundlagen des Windchill-Effekts
Um zu verstehen, weshalb es sich kälter anfühlt als das Thermometer anzeigt, wird der Windchill anhand von Temperatur und Windgeschwindigkeit berechnet. Meteorologen nutzen hierfür eine Formel, die verschiedene Faktoren berücksichtigt. Diese physikalischen Grundlagen sind wichtig, um den Wärmeverlust des Körpers genau messen zu können. Meteoblue weist darauf hin, dass bei ruhiger Luft eine isolierende Luftschicht an der Haut entsteht, die durch den Wind zerstört wird. Dies führt zu einer schnelleren Abführung der Wärme und verstärkt das Kälteempfinden.
Diese stärkeren Effekte können auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen, wie Erfrierungen und Unterkühlung. Besonders empfindliche Stellen wie Finger, Zehen und Ohrmuscheln sind betroffen. Eine Temperatur von -10 Grad kann sich bei heftigem Wind wie -20 Grad anfühlen, was nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich sein kann. Ein umfassendes Verständnis des Windchill-Effekts ist somit entscheidend für die Sicherheit, insbesondere bei Tätigkeiten im Freien.
Kältepole und Wetterprognosen
Aktuell liegen die Kältepole in Österreich im Salzburg Lungau, wo die Temperaturen bis zu -22,6 Grad erreichen. Trotz der extremen Kälte gibt die Prognose von GeoSphere Austria Hoffnung auf eine mildernde Wende: In den kommenden Tagen soll es tatsächlich etwas wärmer werden, und zweistellige Minusgrade am Wochenende sind kaum zu erwarten.
Um den winterlichen Bedingungen besser gewachsen zu sein, empfiehlt es sich, die Kleidung an die gefühlte Temperatur anzupassen. Der Wetterdienst informiert, dass Luftfeuchtigkeit im Winter kaum Einfluss auf das Kälteempfinden hat, während sie im Sommer das Hitzeempfinden verstärkt. Generell bleibt festzuhalten, dass der Windchill-Effekt das Kälteempfinden erheblich beeinflusst, und die richtige Vorbereitung auf kühle Tage unerlässlich ist.
Durch diese Maßnahmen und das Verständnis für den Windchill-Effekt können Outdoor-Aktivitäten in der kalten Jahreszeit sicherer und angenehmer gestaltet werden. Das richtige Equipment und eine Anpassung der Aktivitäten an die Wetterlage sind grundlegende Aspekte, um die winterlichen Temperaturen besser zu bewältigen. Informationen zu aktuellen Wetterbedingungen und gefühlten Temperaturen können bei Heute und anderen Wetterdiensten abgerufen werden.