Rund 800 Gäste fanden sich am 19. Februar 2026 in der Messehalle Klagenfurt zur Veranstaltung der Kärntner Volkspartei zusammen. Unter dem Motto „Mutreden statt Wutreden“ fand der vierte Politische Aschermittwoch der ÖVP Kärnten statt. Dieser wurde als eine Art Kontrastprogramm zu anderen politischen Veranstaltungen inszeniert, um eine positive Ausstrahlung zu fördern.
Markus Keschmann, Geschäftsführer der Landespartei, bezeichnete das Jahr 2026 als „Jahr des Aufschwungs“. Dabei betonte Bundeskanzler Christian Stocker die Notwendigkeit, Demokratien zu verteidigen und forderte Reformen in den Bereichen Wirtschaft, Wehrdienst und Staatswesen. Seine klare Botschaft zur Migrationspolitik lautete: „Wer bei uns leben will, lebt nach unseren Regeln“. Dies unterstreicht die zunehmend strikte Haltung der Regierung gegenüber Integration und Migration. Zudem verwies er auf das Inflationsziel von zwei Prozent im Jänner und die notwendigen Maßnahmen zur Standortstärkung sowie steuerlicher Entlastung.
Forderungen und Perspektiven für die Zukunft
Stocker schloss eine Vermögenssteuer aus und forderte stattdessen eine Stärkung der Landesverteidigung und der Polizei. Martin Gruber, der Hausherr der Veranstaltung, sprach das Thema der Perspektiven für junge Menschen an und forderte eine Reduzierung der Bürokratie für Vereine. In einem weiteren Punkt informierte Gruber über die Erlegung des 35. Wolfes in Kärnten zum Schutz der Bauern, was auf die Spannungen zwischen Naturschutz und Landwirtschaft hinweist.
Besonders kritisierte Gruber die Situation in der Landeshauptstadt Klagenfurt und forderte neue Impulse für die Bahnhofstraße sowie den Ausbau der B317, um die Infrastruktur zu verbessern. Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, war als Stargast anwesend. Er sprach sich für die Rückabwicklung des Verbringer-Aus auf EU-Ebene aus und betonte die Bedeutung von Migration unter klaren Bedingungen.
Politischer Kontext und Herausforderungen
Diese Entwicklungen in Kärnten stehen im Kontext einer europaweit diskutierten Migrationspolitik, die Herausforderungen mit sich bringt. In Deutschland beispielsweise hat der russische Überfall auf die Ukraine zu einem Anstieg von über 1,1 Millionen Flüchtlingen geführt. Während der Legislaturperiode wurden zahlreiche Ansätze zur Reform der Migrationspolitik diskutiert, darunter das „Chancen-Aufenthaltsrecht“ und ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz, die die gesellschaftliche Integration fördern sollen. Dennoch bleibt die Diskussion über die Bedingungen und die Zukunft der Migrationspolitik ein heißes Eisen – auch im Kontext der bevorstehenden Neuwahlen in Deutschland.
Am Ende der Veranstaltung in Klagenfurt kam es zu einem einheitlichen Bekenntnis zu Martin Gruber als Obmann, was auf einen klaren Zusammenhalt innerhalb der Kärntner Volkspartei hinweist. In Anbetracht der gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen zeigt die Veranstaltung ambivalente Botschaften über Fortschritt und notwendige Anpassungen auf.