Die Landwirtschaftskammer Kärnten fordert dringend eine steuerliche Entlastung für Agrardiesel, um den enorm gestiegenen Dieselpreisen entgegenzuwirken, die das bevorstehende Frühjahrsgeschäft stark belasten. Dies berichtet die Landwirtschaftskammer Kärnten und hebt hervor, dass Bauern große Mengen Treibstoff für Düngung, Bodenbearbeitung und Aussaat benötigen. Präsident Siegfried Huber hat sich dazu bereits an Finanzminister Markus Marterbauer gewandt. Die Kammer fordert konkret die Streichung der CO₂-Bepreisung auf Treibstoffe für die Landwirtschaft sowie die Abschaffung der Umsatzsteuer auf Agrardiesel. Laut den Berechnungen der Kammer könnte der Dieselpreis durch diese Maßnahmen um mehr als 25 Prozent sinken.
Die aktuellen Entwicklungen in der Landwirtschaft lassen die Produktionskosten ansteigen und setzen die Versorgungssicherheit massiv unter Druck. Huber betont, dass leistbare Betriebsmittel für die heimische Lebensmittelproduktion von erheblicher Bedeutung sind. Daher appelliert er eindringlich an die Bundesregierung, zeitnah geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Globale Wettbewerbssituation
Doch die Herausforderungen sind nicht nur regionaler Natur. Die Ampelregierung in Deutschland plant schrittweise das Auslaufen der Agrardieselvergütung bis 2026, was die Wettbewerbssituation für deutsche Landwirte weiter verschärfen wird. Aktuell belegt Deutschland bei den Agrardieselpreisen Platz 7 in Europa und wird voraussichtlich bis 2026 auf Rang 3 aufsteigen. Ab diesem Zeitpunkt werden Deutschland und die Niederlande mit ähnlichen Agrardieselkosten konfrontiert sein, was insbesondere auf die hohen staatlichen Aufschläge zurückzuführen ist. Ab 2026 wird es zudem keine Agrardiesel-Rückerstattung mehr geben, was die Kosten für Landwirte weiter erhöhen könnte.
Ein Blick auf die Dieselpreise zeigt: Zum 1. Januar 2024 wird der Dieselpreis in Deutschland bei etwa 1,70 €/l und in den Niederlanden bei 1,72 €/l liegen. Der CO₂-Preis in Deutschland wird weiterhin steigen, was zusätzliche Kosten für die Landwirte mit sich bringt. Die folgende Tabelle verdeutlicht die Dieselpreise und Steuersätze verschiedener Länder:
| Land | Dieselpreis (€/l) | Steuersatz (Cent/l) |
|---|---|---|
| Deutschland | 1,70 | 47,04 |
| Niederlande | 1,72 | 47,04 |
Steuerentlastung und Rückerstattung
Bundesminister Alois Rainer hat derweil die Rückerstattung der Agrardieselsteuer für land- und forstwirtschaftliche Betriebe angekündigt, um diesen eine wirtschaftliche Entlastung zu bieten. Der volle Steuersatz für Dieselkraftstoff liegt aktuell bei 47,04 Cent pro Liter. Von jetzt an bis zum 29. Februar 2024 können landwirtschaftliche Betriebe mit einer Entlastung von 21,48 Cent pro Liter rechnen, gefolgt von einer geringeren Entlastung von 12,888 Cent pro Liter zwischen März und Dezember 2024 sowie 6,444 Cent pro Liter im Jahr 2025. Ab 2026 wird den Betrieben keine Rückerstattung mehr zustehen, was erhebliche finanzielle Auswirkungen haben könnte.
Die Höhe der Steuerentlastung variiert je nach Größe, Art und Bewirtschaftungsform des jeweiligen Betriebes. Betriebe müssen einen Antrag stellen, um von der Steuererstattung zu profitieren, die in der Regel im Jahr nach der Verwendung des Diesels erfolgt. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die wirtschaftliche Stabilität innerhalb der Landwirtschaft zu gewährleisten und die Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern.