WKO-Chef Mahrer: Skandalöse Gehaltserhöhung trotz Mitarbeiterfrust!
WKO-Präsident Harald Mahrer steht wegen Gehaltserhöhungen und öffentlicher Kritik im Fokus. Ein Einblick in sein Einkommen und die Reaktionen.

WKO-Chef Mahrer: Skandalöse Gehaltserhöhung trotz Mitarbeiterfrust!
WKO-Präsident Harald Mahrer gerät aufgrund geplanter Gehaltserhöhungen für die Leitungsebene in die Kritik. Mahrer räumt ein, dass die Kommunikation über die angestrebte Erhöhung von 4,2 Prozent nicht optimal war und hat auf den öffentlichen Aufschrei reagiert, indem er die Gehaltserhöhung für die WKO-Mitarbeiter auf 2,1 Prozent im Jahresdurchschnitt zurückgenommen hat. Dieser Schritt erfolgte nachdem die Funktionsentschädigungen der Kammerchefs zuletzt im Sommer um über 20 Prozent angehoben wurden und sorgt für Unmut unter den 4000 Beschäftigten der Kammer, deren Gehaltserhöhung ursprünglich höher geplant war.
Aktuell erhält Harald Mahrer laut exxpress.at ein monatliches Gehalt von bis zu 15.158,60 Euro brutto. In Kombination mit seiner Funktion als Präsident des Wirtschaftsbundes und des Generalrates der Nationalbank (OeNB) erzielt er ein Gesamteinkommen von 28.500 Euro brutto monatlich. So beläuft sich sein jährliches Einkommen auf insgesamt 342.000 Euro. Zum Vergleich: Der Bundeskanzler Christian Stocker erhält monatlich 23.840 Euro und der Bundespräsident Alexander Van der Bellen jährlich 373.800 Euro.
Gehaltserhöhungen und Unterschiede in der Vergütung
Mahrer hat in seiner ersten Amtszeit als OeNB-Generalrat auf eine Gage von 88.000 Euro jährlich verzichtet, erhält diese Summe jedoch seit 2023. Er bezeichnet sein Einkommen als „im unteren Bereich“ im Vergleich zu den Gehältern in großen Unternehmen. Die Diskussion um die Gehälter wird zudem durch die Tatsache verstärkt, dass die Entschädigungen für Kammerpräsidenten in unterschiedlichen Regionen stark variieren. So stieg beispielsweise die monatliche Entschädigung der Kammerpräsidentin in Tirol um bemerkenswerte 60 Prozent von 6400 auf 10.400 Euro.
In Wien und Niederösterreich liegt das Gehalt der Präsidenten der Landeskammern bei etwa 14.000 Euro monatlich, was der gesetzlichen Obergrenze entspricht. Für die Vizepräsidenten sind die Bezüge ebenfalls höher als im Durchschnitt anderer Regionen. In Vorarlberg und Kärnten liegen die Gehälter bei knapp 7000 Euro monatlich. Diese unterschiedlichen Vergütungen werfen Fragen über die Gerechtigkeit und Transparenz der Gehaltsstruktur innerhalb der WKO auf, welche an die einzelnen Landeskammern delegiert wird und nicht von der WKÖ-Zentrale festgelegt wird, wie vol.at ausführlich berichtet.
Die Verantwortung für die Entscheidung über die Höhe der Entschädigungen liegt bei über 100 Fachgruppen innerhalb der Kammern, die jeweils über mögliche Anpassungen entscheiden. Es gibt jedoch keine bundeseinheitliche Richtlinie. Die Diskussion um die Gehälter zeigt nicht nur die Kluft zwischen den hohen Verdiensten der Führungskräfte und den Beschäftigten auf, sondern wirft auch Fragen nach der Wertschätzung der Mitarbeiter innerhalb der Wirtschaftskammer auf. Angesichts der bekannt gewordenen Informationen und der unterschiedlichen Vergütungen scheint es an der Zeit, über eine gerechtere Gehaltsstruktur nachzudenken.