
Der Horrorfal des Messerangriffs in Villach sorgt für Schlagzeilen: Ein 23-jähriger Syrer steht wegen Mordes und fünffachen Mordversuchs vor Gericht. Am 15. Februar tötete er mit einem Messer einen 14-Jährigen und verletzte fünf weitere Personen zum Teil schwer. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Klagenfurt laufen auf Hochtouren, wie Kleine Zeitung berichtet. Der Tatverdächtige bekannte sich vor der Tat zur terroristischen Organisation Islamischer Staat (IS); in seiner Wohnung fanden die Ermittler eine IS-Fahne sowie Propagandamaterial.
Nun ist klar, wer den mutmaßlichen Attentäter verteidigen wird: Der Klagenfurter Anwalt Philipp Tschernitz wurde als Verfahrenshelfer bestellt. Trotz seiner Erfahrung in großen Schwurgerichtsprozessen zeigt sich Tschernitz zurückhaltend: „Ich habe den Beschluss noch nicht zugestellt bekommen und kenne auch den Akt zu dem Fall noch nicht. Deshalb kann ich aktuell nichts dazu sagen“, zitiert ihn exxpress.at. Er hat 14 Tage Zeit, um die Verteidigung zu übernehmen oder Rechtsmittel einzulegen; die Möglichkeiten zur Ablehnung sind jedoch stark eingeschränkt.
Ermittlungen und Zustände der Opfer
Der Verdächtige sitzt in Einzelhaft unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. In seiner ersten Einvernahme äußerte er den Wunsch, „so viele Menschen wie möglich zu töten“, so Staatsanwaltschaftssprecher Markus Kitz. Psychiatrische Gutachten und die Auswertung elektronischer Datenträger, darunter Handys, sind derzeit im Gange. Der Syrer schweigt bislang zu den Vorwürfen, während die beiden Mitbewohner, die mit ihm in einer Wohngemeinschaft lebten, bereits als Zeugen befragt wurden und gegen sie kein Tatverdacht besteht.
Gute Nachrichten erreichen die Öffentlichkeit aus dem Klinikum Klagenfurt: Die beiden 15-jährigen Opfer, die am schwersten verletzt wurden, konnten mittlerweile die Intensivstation verlassen und befinden sich nun auf der Intermediate Care Station. Auch der dritte Verletzte, ein 28-Jähriger, hat das Krankenhaus bereits verlassen. Es gilt weiter die Unschuldsvermutung.
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