
In der Stadthauptpfarrkirche St. Jakob in Villach sorgt eine Fasteninstallation des Künstler Michael Kos für erheblichen Aufruhr. Die Installation, die ein weißes Leinentuch und drei Objekte umfasst, thematisiert zentrale gesellschaftliche Fragen und ist Teil der Kunstschau des Kulturpreisträgers der Stadt Villach 2024. Kos' Werke sollen zur Reflexion anregen und wecken sowohl Interesse als auch Widerstand in der Bevölkerung.
Der Kunst-Teil der Installation zeigt Jesus, der auf einer Slackline balanciert, mit ausgebreiteten Händen, ähnlich wie am Kreuz. Ein weiteres Element ist "Body Cube", das Körperteile Jesu in einer würfelförmigen Form darstellt. Diese Interpretationen wurden von Kos zur Diskussion über Klonen und die Auswirkungen von Kriegen konzipiert. Der Titel eines Teils der Installation lautet "Kreuz : Weg : Station", was die Vielschichtigkeit der künstlerischen Auseinandersetzung unterstreicht.
Petition gegen die Installation
Stadthauptpfarrer Richard Pirker verteidigt jedoch die Werke und erklärt, dass diese bewusst ausgewählt wurden, um einen Dialog über gesellschaftliche Themen zu fördern. Das Spannungsfeld zwischen zeitgenössischer Kunst und Religion spiegelt sich dabei nicht nur in Villach wider, sondern ist ein globales Thema. Oftmals kommt es zu hitzigen Diskussionen über die Grenzen der Kunst und die Wahrung religiöser Gefühle.
Ein gespaltenes Publikum
Die Reaktionen auf die Installation sind gemischt. Einige Menschen zeigen sich offen für die künstlerischen Botschaften, während andere die Arbeiten als blasphemisch empfinden. Diese divergierenden Meinungen stehen häufig im Zentrum Debatten über die Beziehung zwischen Meinungsfreiheit und Respekt vor religiösen Überzeugungen. Kunstwerke, die religiöse Dogmen in Frage stellen, sind oft umstritten, was die Notwendigkeit eines respektvollen Dialogs verdeutlicht.
Die Thematik der Darstellungen Jesu ist nicht neu. Immer wieder wird sie in der zeitgenössischen Kunst herausgefordert. Werke wie Andres Serranos „Piss Christ“ und andere provokante Kunstinstallationen haben in der Vergangenheit für große Empörung gesorgt und die Diskussion über die Grenzen der Kunst neu entfacht. In Anbetracht dessen zeigt der Fall der Fasteninstallation in Villach, wie aktuell und relevant die Auseinandersetzung mit Glauben und Kunst bleibt.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie die Situation in Villach weitergeht und ob es zu einem Dialog zwischen den Künstlern, der Kirche und der Gemeinde kommt, um diese komplexen Themen konstruktiv anzugehen.
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