Die Stadt Villach startet 2026 ein innovatives Ausbildungsmodell, das eine Verbindung zwischen sportlicher Karriere und beruflicher Ausbildung schaffen soll. Dieses Angebot richtet sich insbesondere an junge Talente, die in der Welt des Spitzensports aktiv sind. Ziel dieser Initiative ist es, Jugendlichen zusätzliche Perspektiven zu bieten und sie auf ihrem Weg ins Berufsleben zu unterstützen. Laut Klick Kärnten werden zu Beginn Lehrstellen in drei Berufen angeboten: Verwaltungsassistent:in, Kfz-Techniker:in und Metall-/Stahlbautechniker:in.
Ein besonderes Merkmal dieses Modells ist die flexible Ausbildungsdauer. Die Lehrzeit kann individuell angepasst werden und bei Bedarf um bis zu 18 Monate verlängert werden. Diese flexiblen Rahmenbedingungen wurden in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer und dem Land Kärnten abgestimmt. Ab dem 26. Jänner können interessierte junge Sportler:innen sich auf der Website der Stadt Villach um Lehrstellen bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am letzten Tag im Februar.
Unterstützung durch die Politik
Die Bedeutung der dualen Berufsausbildung für Leistungssportler:innen wird auch von hochrangigen Politikern hervorgehoben. Landeshauptmann Peter Kaiser sieht das neue Ausbildungsmodell als wichtiges Angebot, um Jugendlichen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen soliden Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Auch Landessportdirektor Arno Arthofer bezeichnete die Initiative als sinnvolle Ergänzung bereits bestehender Modelle im Sport- und Bildungsbereich. Jürgen Mandl, Präsident der Kärntner Wirtschaftskammer, betont, dass Betriebe, die ähnliche Modelle ins Leben rufen wollen, Unterstützung und Beratung erhalten können.
Duale Karriere im Kontext des Leistungssports
In Deutschland wird der Begriff „Duale Karriere“ immer wichtiger, vor allem im Hinblick auf die Herausforderungen, denen sich Sportler:innen gegenübersehen. Die vor kurzem vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) veröffentlichte Informationsbroschüre bietet einen Überblick über die Unterstützungangebote zur dualen Karriere. Diese Karriereform ermöglicht es Athlet:innen, ihre sportlichen Höchstleistungen mit einer schulischen oder beruflichen Ausbildung zu verknüpfen, um langfristig auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. In Deutschland haben Institutionen und Partner:innen aufgezeigt, wie sie junge Leistungssportler:innen unterstützen können, um ihr Potenzial in beiden Bereichen zu entfalten, wie Fechten hervorhebt.
Auch die Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport (DHGS) hat sich 2007 mit der Vision gegründet, Spitzensportler:innen ein Studium neben Training und Wettkampf zu ermöglichen. Diese Hochschule fördert die Vereinbarung von Spitzensport und akademischer Ausbildung, indem sie flexible Studienmodelle und individuelle Betreuung anbietet. Athlet:innen sollen die Möglichkeit erhalten, sowohl im Sport als auch im Studium zu glänzen, was besonders für die Vereinbarkeit von Trainingsplänen und akademischen Verpflichtungen entscheidend ist, wie auf der Website der DHGS beschrieben wird.
Das Ausbildungsmodell in Villach sowie die Konzepte zur dualen Karriere in Deutschland verdeutlichen, wie wichtig es ist, jungen Sportler:innen eine Perspektive zu bieten, die über das Sportliche hinausgeht. Durch die Kombination von sportlichen und beruflichen Zielen sollen Athlet:innen nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch im Berufsleben erfolgreich sein.