In der Gemeinde Zell-Pfarre (Klagenfurt Land) beginnen die Bauarbeiten für neue Schutzmaßnahmen am Liputznikbach. Dieses Projekt hat zum Ziel, den Hochwasserschutz für den Siedlungsbereich dauerhaft zu gewährleisten und gleichzeitig den Anforderungen des Umwelt- sowie Naturschutzes Rechnung zu tragen. Das hat auch den Katastrophenschutzreferenten Daniel Fellner dazu bewogen, die Bedeutung des Vorhabens für die Sicherheit der Gemeinden hervorzuheben. Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber ergänzt, dass das Projekt entscheidend für die Sicherheit der Bevölkerung und den Schutz der wichtigen L103 Waidischer Straße ist.
Die ursprünglichen Verbauungen am Liputznikbach stammen aus den Jahren 1962 und 1963 und sind mittlerweile nicht mehr ausreichend. Die Modernisierungen umfassen sowohl Haupt- als auch Seitenbäche sowie den Bau rückbaubarer Geschiebespeicher, um eine effiziente Bewirtschaftung von Geschiebe und Wildholz zu ermöglichen. Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro, wobei die Finanzierung durch verschiedene Institutionen sichergestellt wird: Der Bund steuert 1.054.000 Euro bei, während das Land Kärnten – Wasserwirtschaft 340.000 Euro, die Landesstraßenverwaltung 85.000 Euro, der Schutzwasserverband Rosental 187.000 Euro und Verbund Hydro Power GmbH 34.000 Euro zur Verfügung stellen.
Die Herausforderungen des Hochwasserschutzes
Diese neuen Maßnahmen sind besonders wichtig, da Starkregen und Hochwasser in Europa angesichts der Klimakrise häufiger auftreten werden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mahnt an, dass technische Schutzmaßnahmen allein nicht ausreichen. Es werde ein stärkerer Fokus auf natürlichen Hochwasserschutz und ambitionierten Klimaschutz nötig sein. Beispielsweise haben Dämme und Flutungsbecken in Tschechien und Polen versagt, was die Ungewissheit über zukünftige Flutwellen verstärkt.
Der BUND fordert umfassende politische Maßnahmen hin zu mehr ökologischen Ansätzen beim Hochwasserschutz. Beispiele seien die Wiederherstellung von Überschwemmungsgebieten und mehr Raum für Flüsse wie die Oder, um zukünftige Hochwasserereignisse besser abfedern zu können. Besonders die Wiederverlegung von Deichen, wie kürzlich an der Elbe, zeigt positive Effekte auf Hochwasser und Klimawandel.
Insgesamt befasst sich das Projekt am Liputznikbach nicht nur mit der unmittelbaren Verbesserung des Hochwasserschutzes, sondern steht auch im Kontext eines globalen Bedarfs an nachhaltigen und umweltgerechten Lösungen in Zeiten sich verändernder klimatischer Bedingungen. Der von der Gemeinde Zell-Pfarre eingeschlagene Weg könnte als beispielhaftes Modell für andere Regionen dienen, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind.