SOS-Kinderdorf im Krisenmodus: Aufarbeitung der Missbrauchsvorwürfe gefordert!
Am 24. Oktober 2025 äußerten sich Kinder- und Jugendhilfereferenten in Salzburg zur Aufarbeitung der Vorwürfe gegen SOS-Kinderdorf.

SOS-Kinderdorf im Krisenmodus: Aufarbeitung der Missbrauchsvorwürfe gefordert!
Am 24. Oktober 2025 fand in Salzburg eine wichtige Konferenz der Kinder- und Jugendhilfereferenten statt, an der auch Landesrat Peter Reichmann teilnahm. Die Referenten äußerten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme zu den schweren Vorwürfen gegen die Organisation SOS-Kinderdorf, die teilweise Jahrzehnte zurückliegen. Klick Kärnten berichtet, dass sie sich „zutiefst betroffen“ über diese Vorwürfe zeigen, die eine grundlegende Aufarbeitung und Neuorientierung der Organisation erfordern.
Reichmann unterstützt die Forderung nach absoluter Transparenz und der Unterstützung von Partnerorganisationen. Er begrüßt die bereits angekündigte Neuaufstellung von SOS-Kinderdorf sowie Maßnahmen zur Sicherstellung von Verantwortung, Kontrolle und Transparenz. Es wird betont, dass niemand sich hinter bestehenden Strukturen verstecken darf, besonders wenn es um das Vertrauen der Kinder geht. Neue Prozesse in der Zusammenarbeit mit SOS-Kinderdorf werden derzeit erarbeitet und erwartet.
Aufarbeitung und Reformansätze
Die Organisation SOS-Kinderdorf Österreich, die professionelle Betreuung für Kinder und Jugendliche mit qualifizierten Fachkräften anbietet, steht vor der Herausforderung, eine lückenlose Aufarbeitung historischer Fälle umzusetzen. Laut SOS-Kinderdorf wurde eine unabhängige Reformkommission ins Leben gerufen, die Archive öffnet und alle relevanten Unterlagen zur Verfügung stellt. Dies geschieht im Rahmen der Untersuchung historischer Fälle von sexuellem Missbrauch und physischer Gewalt, insbesondere im Zusammenhang mit dem Gründer Hermann Gmeiner.
Es wurden acht dokumentierte Opferschutzfälle aus den 1950er- bis 1980er-Jahren identifiziert. Alle betroffenen Personen haben Entschädigungen und Therapien erhalten. Annemarie Schlack, die Geschäftsführerin seit 2024, hebt hervor, dass die Notwendigkeit zur Aufarbeitung für alle Beteiligten gilt, unabhängig von deren Rollen. Die Organisation plant einen umfassenden Neustart, um Verantwortung und Transparenz zu gewährleisten.
Strukturierte Aufarbeitung
Die Reformschritte bei SOS-Kinderdorf zeigen bereits erste Erfolge. Ein neues Melde- und Compliance-System wurde eingeführt, und es erfolgt eine Neuaufstellung in zwei Säulen: Aufarbeitung und Zukunftsprozess. Ein extern begleiteter Organisationsentwicklungsprozess startet ebenfalls, um die Organisation neu zu strukturieren. Ein speziellen Team unter einer Sonderbeauftragten wird eingesetzt, um historische Fälle zu bearbeiten und Archiv-Recherchen durchzuführen.
Die aktuelle Situation verlangt nach schnellem Handeln. Christian Rudisch, der Geschäftsleiter, betont die Wichtigkeit, weiterhin handlungsfähig zu bleiben und die aktuellen Betreuungsangebote aufrechtzuerhalten. Betroffene haben auch die Möglichkeit, sich an Ombudsstellen oder die Reformkommission zu wenden, um Unterstützung zu erhalten.
Gesellschaftliche Verantwortung
Die tiefgreifende Auseinandersetzung mit sexuellem Missbrauch in Institutionen ist unerlässlich. Laut Beauftragte für den Missbrauch gibt es verschiedene Formen der Aufarbeitung, die über individuelle, institutionelle und gesellschaftliche Ansätze zur Bewältigung und Aufklärung von diesen Verbrechen nachdenken. Eine solche umfassende Auseinandersetzung kann dabei helfen, ein besseres Verständnis für die Tragweiten von sexuellem Missbrauch zu schaffen und die Bedingungen für Betroffene zu verbessern.
Insgesamt zeigt die Veranstaltung in Salzburg und die darauf folgende Diskussion das klare Bekenntnis der Kinder- und Jugendhilfereferenten zu einem transparenteren und verantwortungsbewussteren Umgang mit den Vorwürfen und der damit verbundenen Aufarbeitung bei SOS-Kinderdorf.