Am 16. Jänner 2026 steht Osttirol vor einer der trockensten Winterperioden, die seit Jahren beobachtet wird. In dieser Region fehlen zwei Drittel des üblichen Niederschlags, was insbesondere das Defereggental und Sillian betrifft. Laut dem Wetterdienst tauernwetter.at sind die Bedingungen zur Winterhalbzeit alarmierend: Seit Beginn des meteorologischen Winters am 1. Dezember liegt der Niederschlag in Kärnten und Osttirol zwischen 60 und 80 Prozent unter dem Durchschnitt.

Auf den Bergen ist zwar mehr Schnee vorhanden, in den Tälern jedoch liegen nur zwischen 1 und 25 Zentimeter. Diese dünne Schneedecke verdeckt eine signifikante Trockenheit, die auch Auswirkungen auf die Wasserversorgung im Sommmer haben könnte. Neben der Trockenheit ist der Jänner 2023 für seine extrem niedrigen Temperaturen bekannt, die 3,6 Grad unter dem Klimamittel 1991-2020 liegen. Im Vergleich zum Zeitraum 1961-1990 beträgt die Abweichung sogar minus 2 Grad.

Einfluss des Polarwirbels

Der derzeitige Wetterzustand ist auf den sogenannten Polarwirbel-Split zurückzuführen, der kalte Luft in den Alpenraum bringt, jedoch die Zufuhr feuchter Luftmassen unterbricht. Die kommenden Wochen könnten entscheidend sein, denn der Verlauf des Wetters hängt von der Regeneration des Polarwirbels ab. Erfolgreiche Regeneration könnte zu feuchteren Luftmassen vom Atlantik führen und Niederschläge bringen. Misslingt sie, droht eine weitere Kältewelle.

Die Wahrscheinlichkeit für beide Szenarien ist momentan ausgeglichen. Für das kommende Wochenende wird kein nennenswerter Niederschlag erwartet. In Kärntens Beckenlagen und Tälern entwickeln sich Nebelfelder, die nur langsam tagsüber aufgelöst werden. In höheren Lagen und auf den Bergen sind Temperaturen um den Gefrierpunkt oder leicht darüber zu erwarten.

Aussichten für Deutschland und Mitteleuropa

Der Winter 2026 gestaltet sich anders als erwartet. Obwohl der Jänner zunächst von ungewöhnlich tiefen Temperaturen geprägt war, sind mildere Bedingungen zu beobachten. Allerdings könnte deutschlandweit gegen Ende Jänner eine Kältewelle aus arktisch-sibirischer Luft heranziehen, die Tiefstwerte bis minus 20 Grad, besonders im Osten Deutschlands, mit sich bringt. Diese Kältephase könnte bis Mitte Februar anhalten.

Dabei besteht jedoch auch das Risiko, dass anfangs kein Schnee fällt, da die Luft recht trocken sein wird. Auslöser für diese Entwicklung ist eine Wetterblockade über Europa, die durch ein Hochdruckgebiet über Skandinavien unterstützt wird. Diese Blockade beeinflusst den Verlauf der Kaltluftströmungen und könnte zu weiteren Verdichtungen eisenkalt und stabile Kälteperioden führen.

Folgen des Klimawandels

Parallel zu den aktuellen Wetterlagen zeigt sich der Klimawandel in langfristigen Veränderungen des Klimas und verstärkten Klimaschwankungen. Diese beinhalten häufigere Extremwetterereignisse, wie Dürren und Sturzfluten, die direkte Auswirkungen auf das tägliche Leben haben. In Deutschland sind mehrere Indikatoren entwickelt worden, um die Folgen des Klimawandels zu beschreiben, wobei dringender Handlungsbedarf in verschiedenen Bereichen festgestellt wurde.

Der jüngste Monitoringbericht der Bundesregierung, der im November 2023 veröffentlicht wurde, bietet einen Überblick über die beobachteten Klimafolgen und notwendigen Anpassungsmaßnahmen. Unter anderem werden die Gefahren durch Hitzebelastungen, Wassermangel und häufigere Niedrigwasserbedingung analysiert, die ernsthafte Konsequenzen für Ökosysteme und die Landwirtschaft nach sich ziehen können.

In Anbetracht dieser Entwicklungen ist es wichtig, sich der langfristigen klimatischen Trends und deren Folgen bewusst zu sein. Die aktuelle Situation in Osttirol und andere Regionen Europas könnte warnende Zeichen für die Zukunft darstellen, wenn keine wirksamen Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels ergriffen werden.

Weitere Informationen sind in den Artikeln von Dolomitenstadt, Euronews und Umweltbundesamt zu finden.