Im Kärntner Landtag kam es zu einem aufsehenerregenden Vorfall, als Zweiter Landtagspräsident Christoph Staudacher (FPÖ) Abgeordnetem Franz-Josef Smrtnik (Team Kärnten) einen Ordnungsruf erteilte. Smrtnik, der zur slowenischen Volksgruppe gehört, hatte während seiner Rede mehrere Wörter in seiner Muttersprache verwendet. Diese Handlung führte zu einer heftigen Debatte über die Verwendung von Slowenisch im politischen Alltag. Team Kärnten bezeichnete den Ordnungsruf als Skandal und einen Rückschritt im Umgang mit der sprachlichen Vielfalt in der Region. Dieses Ereignis wirft ein Licht auf die Sensibilität des Themas Zweisprachigkeit in Kärnten.
ÖVP-Clubobmann Markus Malle äußerte sich ebenfalls kritisch zu dem Vorfall. Er betonte, dass Extrempositionen das Zusammenleben der Volksgruppen gefährden könnten und wies auf die geltende Geschäftsordnung des Landtags hin, die klare Regeln für Sprachfragen vorgibt. Malle appellierte an die Abgeordneten, Provokationen und Überreaktionen zu vermeiden und sich auf das Gemeinsame zu besinnen. Die politische Debatte über diesen Vorfall scheint damit noch lange nicht beendet zu sein.
Sprachkompetenz und Mehrsprachigkeit
Im Rahmen der politischen Verantwortung sollten geeignete Rahmenbedingungen für die Sprachförderung geschaffen werden. An der Pädagogischen Akademie Kärnten wird bereits die Schulung von Lehrkräften in Sprachkompetenz durchgeführt. Kaiser wies zudem auf die manipulative Natur von Sprache hin, die insbesondere in politischen und sozialen Medien oft missbraucht wird.
Auszeichnung für Sprachengagement
Zusätzlich zu diesen politischen und sozialen Diskussionen fand eine feierliche Verleihung des Julius-Kugy-Preises statt, bei der Professor Janez Stergar die Ehren-Urkunde der Gemeinschaft der Kärntner Slowenen und Sloweninnen erhielt. Die Auszeichnung würdigt Stergars grenzüberschreitendes Wirken in Bezug auf Sprache und Kulturen im Alpen-Adria-Raum. Stergar, der eine langjährige Verbindung zu den Kärntner Slowenen hat, wurde für seine zahlreichen Aktivitäten im Vereins- und Verlagswesen sowie seine umfangreichen Publikationen anerkannt. Obmann der SKS, Bernard Sadovnik, und der stellvertretende SKS-Obmann, Dr. Reginald Vospernik, hoben Stergars völkerverbindendes Engagement hervor.
Die Kombination dieser Ereignisse unterstreicht die bedeutende Rolle, die Sprache in der Identitätsbildung und im gesellschaftlichen Zusammenleben in Kärnten spielt. Die Diskussion über den Ordnungsruf, das Symposium zur Sprachkompetenz und die Auszeichnung für Stergar zeigen, wie wichtig die Auseinandersetzung mit thematischer Mehrsprachigkeit ist. Die politischen und kulturellen Akteure sind sich einig, dass die Förderung der Sprachen in Kärnten sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance darstellt.