Aktuell sorgt die klirrende Kälte in Kärnten für besorgniserregende Bedingungen für obdachlose Menschen. Vor allem bei Temperaturen, die teils zweistellige Minusgrade erreichen, steigt das Risiko für die gesundheitliche Gefährdung dieser vulnerablen Gruppe. Aus diesem Grund haben die Stadt Klagenfurt und die Caritas Kärnten einen Notfallplan ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass niemand die Nacht im Freien verbringen muss. Der Plan sieht die Eröffnung zusätzlicher Schlafplätze vor, da die etablierten Einrichtungen, wie das Eggerheim und die Notunterkunft NOST, bereits vollständig ausgelastet sind. Diese Notunterkünfte haben in den letzten fünf Jahren eine steigende Nachfrage erfahren, so waren im Eggerheim über 1000 Besuche im letzten Jahr zu verzeichnen, ein Anstieg gegenüber den durchschnittlich 600 Besuchern der Vorjahre.

Das neue Notquartier im Gemeindezentrum Waidmannsdorf bietet aktuell 16 Schlafplätze für obdachlose Männer und kann bei Bedarf jederzeit erweitert werden. Obdachlose Frauen werden im „Hilda Schärf Heim“ der Volkshilfe versorgt. Bürgermeister Christian Scheider betont die bedeutende Rolle Klagenfurts als zentrale Anlaufstelle für obdachlose Menschen in Kärnten und hebt hervor, dass andere Städte wie Villach oder Völkermarkt keine entsprechenden Notschlafstellen bieten können. Er appelliert an das Land Kärnten und an die Gemeinden, die Verantwortung für die Unterstützung obdachloser Menschen in den Bezirken zu übernehmen.

Notfallplan und Kältetelefon

Die Stadt Klagenfurt bietet zudem ein Kältetelefon an, das bei Notfällen rund um die Uhr erreichbar ist. Sie ist täglich von 18.00 bis 6.00 Uhr unter der Nummer +43 463 39 60 60 erreichbar und dient dazu, obdachlosen Menschen in akuten Gefahrensituationen zu helfen. Caritas-Direktor Ernst Sandriesser fordert ebenfalls mehr Unterstützung von den Gemeinden und dem Land Kärnten, um den erhöhten Bedürfnissen gerecht zu werden.

Die Hilfe ist dringend notwendig, da dieses Jahr bereits mehrere Kältetote in anderen Regionen gemeldet wurden. Laut Berichten wurden alleine in Deutschland im Winter vier Kältetote registriert, während die Sozialverbände eindringlich vor der Lebensgefahr für obdachlose Menschen warnen. Auch in Kärnten ist die Situation ernst und solche Notfallprogramme sind unerlässlich, um dem drohenden Risiko entgegenzuwirken und Leben zu retten. Mit den verbesserten Angeboten und der erweiterten Kommunikation hofft man, die Bevölkerung zu sensibilisieren und zur Solidarität aufzurufen.

Um die Hilfe zu optimieren, wird die Bevölkerung auch über die verschiedenen Möglichkeiten informiert, wie sie obdachlosen Menschen unterstützen kann. Dies geschieht nicht nur durch die Veröffentlichung des Notfallplans, sondern auch durch die Aufforderung, sich an den Kältehilfsprojekten aktiv zu beteiligen.

Die Initiative zeigt, wie wichtig öffentliche und private Unterstützung in Krisensituationen ist und dass gemeinschaftliche Verantwortung gegen die Kälte und Obdachlosigkeit ankämpfen muss. Die Lage ist aktuell angespannt, und auch die Prognosen für die nächsten Nächte kündigen keine wesentliche Besserung an, weshalb die Vorbereitungen und Hilfsmaßnahmen auch weiterhin im Fokus stehen müssen.

Informationen zu den Angeboten können auf den Websites der Stadt Klagenfurt und der Caritas Kärnten eingeholt werden. Die Kombination aus Notfallplan, zusätzlichen Schlafplätzen und einer effektiven Kommunikation wird als entscheidender Schritt angesehen, um das Überleben obdachloser Menschen in dieser kalten Winterzeit zu sichern.

Für weitere Details zu den Maßnahmen in Klagenfurt lesen Sie bitte hier: Klick Kärnten, 5 Minuten und Tagesschau.