Kärnten plant für das Jahr 2026 die Feintrassierung im Rahmen des Projekts „Netzraum Kärnten“. Der Fokus liegt auf der endgültigen Festlegung der Leitungsführung, Maststandorte und Zufahrten. Ziel ist es, das Höchstspannungsnetz auszubauen, um eine stabile und sichere Stromversorgung in der Region zu gewährleisten. Der geplante 380-kV-Leitungsanschluss soll die bestehende 220-kV-Leitung entlasten und die Anbindung an das österreichische sowie europäische Stromnetz maßgeblich verbessern. Dies ist besonders wichtig, da der wachsende Anteil erneuerbarer Energien neue Herausforderungen für das Energiesystem mit sich bringt, wie das Umweltbundesamt betont.
Projektverantwortliche setzen auf einen aktiven Dialog mit Gemeinden, Bürgern und betroffenen Grundeigentümern. Bisher sind zahlreiche Hinweise, Anpassungswünsche und Vorschläge eingegangen, die jetzt geprüft werden. Geologische Untersuchungen und Kartierungen an möglichen Maststandorten sowie die Erkundung potenzieller Zufahrtswege laufen parallel zu den Dialogmaßnahmen. Die langfristige Versorgungssicherheit, insbesondere in den Wintermonaten, steht dabei im Mittelpunkt. Dies ist auch entscheidend, da die technische Infrastruktur zur Stabilisierung des Stromversorgungssystems weiter gefestigt werden muss, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.
Dialog mit der Bevölkerung
Die Bevölkerung wird eingeladen, aktiv am Dialog teilzunehmen. Fragen und Hinweise können über das Infoportal www.netzraumkaernten.at eingereicht werden. Über 550 Nutzer haben sich bereits registriert, und mehr als 300 Anregungen sowie rund 100 Fragen wurden bislang eingereicht. Ein Infozentrum in Klagenfurt bietet persönliche Gespräche, Führungen und Informationsveranstaltungen an, um die Transparenz und Mitgestaltung zu fördern. Das aktuelle Factsheet mit weiteren Details zu Zielen und Rahmenbedingungen des Projekts ist ebenfalls verfügbar.
Um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen, sind verschiedene Maßnahmen zur Anpassung der Netzinfrastruktur erforderlich. Dazu zählt die Spannungserhöhung von 220 kV auf 380 kV und der Neubau oder Parallelneubau in bestehenden Trassen. Der Ausbau des Übertragungsnetzes ist entscheidend, da die Stromerzeugung von erneuerbaren Energien nicht gleichmäßig verteilt ist, wie im Bericht von Umweltbundesamt beschrieben. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, Leistungsspitzen abzufedern, die durch hohe Einspeisungen aus PV- und Windenergieanlagen entstehen.
Darüber hinaus spielt die Flexibilität im Energiesystem eine zentrale Rolle. Um Lastspitzen zu verringern, sind intelligentes Lastmanagement und der Einsatz von Stromspeichern, wie Batteriespeichern und Pumpspeicherkraftwerken, erforderlich. Diese Entwicklungen sind nicht nur für Kärnten, sondern auch für den europäischen Netzausbau von Bedeutung. Der soziale und technische Dialog ist somit elementar, um die Akzeptanz und Unterstützung für die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen zu sichern.
Insgesamt zielt das Projekt darauf ab, eine leistungsfähige Netzstruktur zu schaffen, die die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Energiewende in Kärnten unterstützt. Die Genehmigungs- und Umweltverträglichkeitsverfahren werden dabei die Auswirkungen auf Natur, Landschaft und Bevölkerung prüfen und dabei sicherstellen, dass international durchgeführte Studien keine gesundheitlichen Risiken durch elektromagnetische Felder innerhalb der geltenden Grenzwerte zeigen, wie Klick Kärnten berichtet.